Neue Radkästen (8)

Es geht weiter und es ist einiges passiert, das Problem ist, dass man irgendwie nicht so viel sieht. Trotzdem schreibe dazu ein Blogbeitrag, sonst wird’s ja langweilig 🙂

Ich habe zwischenzeitlich nahezu alle Druckluftleitungen im Bereich der Hinterachse ausgebaut. Auf der linken Seite gab es noch Leitungen für die Betätigung der Motorbremse und die Notlösevorrichtung für den Federspeicher, ausserdem waren da noch Leitungen für die Federbälge.

Die Motorbremse machte seit Anfang an schon Probleme, alle drei Zylinder bewegten sich nur im Zeitlupentempo. Ich habe die Leitungen alle durchgeblasen aber bisher kein Problem feststellen können. Vielleicht war auch nur Dreck in einer Verschraubung, welcher sich beim Lösen „verkrümelt“ hat. Vor dem Zusammenbau werde ich jedenfalls noch einmal jeden Zylinder einmal mit der Luftpistole betätigen, dann wird sich zeigen ob alles geht.

Die Leitungen liegen derzeit in der Werkstatt und sind frisch errötet.

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Die silbernen Enden sind die Dieselleitungen für die Standheizung. BiColor Look ist doch in, oder? 🙂

Vorne sieht man noch die Schaltwelle mit ihren zwei Kardangelenken daneben. Alles was hier zu sehen ist war vorher gefühlt doppelt so schwer, weil der Bus von unten, wie schon erwähnt, mit Unterbodenschutz vollgespritzt ist, dabei hat man wirklich nichts ausgelassen. Schaltgestänge, Gasgestänge, sämtliche Leitungen… Wer macht so einen Mist?

Auch die Kardangelenke waren ziemlich vollgesaut, die sind erstmal ins Teilewaschgerät gewandert.

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Zwischen dem ganzen Dreck und Schlamm sind tatsächlich Schmiernippel aufgetaucht, die ich dann vom restlichen Dreck befreit habe. Nach der Trocknung und dem Anstrich haben sie mit der Fettpresse eine neue Schmierung erhalten und können wieder eingebaut werden.

Das Gasgestänge und der Umlenkhebel kurz vor der Einspritzpumpe liegen mittlerweile auch frisch gestrichen auf der Werkbank und warten auf ihren Einbau. Ich hatte bei Mercedes aber noch zwei neue Kunststoff-Führungsbuchsen bestellt, die ich nun leicht austauschen kann.

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Die alten waren total ausgeschliffen weil das Gestänge angerostet war, zur Feile mutiert ist und Langlöcher produziert hat.

Weil das Schaltgestänge ausgebaut ist kann ich nun die Schaltwelle deutlich weiter als normal bewegen und die diversen Führungen säubern, entfetten und neu schmieren. Die hinterste, aus dem Kofferraum kommende Führung hat einen neuen glättenden Anstrich bekommen, dann habe ich noch frisches Fett drumrum geschmiert.

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Das ganze werde ich bei allen anderen Führungen wiederholen, im Bereich des Kofferraums aber ohne Farbe.

Wo wir gerade beim Schaltgestänge sind, hier eine Frage an Euch. Die Manschette am Getriebe-Eingang ist gerissen und muss getauscht werden. Bekommt man die über den Flansch drüber gezogen oder muss ich das auseinander bauen?

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Vom Gefühl her würde ich sagen dass man das wohl, schön im Wasserbad warm gemacht, drüber gezogen bekommt. Was meint ihr?

Weiter geht’s mit dem Servoschlauch, den habe ich mit Hilfe von Marco endlich getauscht bekommen. Dazu waren tatsächlich vier Hände nötig um die Leitungsenden zuzuhalten. Die Kälte in der Halle und die dadurch hohe Viskosität des Servo-Öls haben ihren Teil dazu getan. So konnten wir den Schlauch ersetzen ohne das Öl abzulassen.

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Der alte Schlauch hatte allerdings mehr die Konsistenz wie ein Rohr als ein Schlauch, beweglich war da nichts mehr.

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Der neue ist schön flexibel und nun an Ort und Stelle.

So langsam ist damit wirklich alles fertig für den Zusammenbau, ich musste allerdings noch an den Rahmeninnenseiten schweissen, was ich gestern erledigt habe. Das ging am besten ohne hinderliche Leitungen, war also derzeit ideal.

Geschweisst werden musste ein Rahmen, der die mittlere Holzplatte aufnimmt, die direkt über der Hinterachse verläuft. Darauf muss die Platte umlaufend aufliegen, damit später kein Spritzwasser nach oben kriechen kann. Als erstes habe ich dazu eine „fachmännische“ Zeichnung angefertigt, um die Maße zu erhalten und auszurechnen, wieviel Platten im Mittelformat (250x125cm) ich hinterher benötige.

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Das X markiert die Räder, die einzelne Platte links ist der Boden für die Heckgarage. Die 132cm bei der mittleren Platte sind mehr als ungünstig weil die Holzplatten aus dem Handel genau 125cm breit sind, damit hätte ich fast eine ganze Platte Verschnitt. Also habe ich eine zusätzliche Auflage eingeschweisst, damit fällt nun die Ausklinkung in der Platte links weg und ich bin mit 121cm deutlich unter der Plattenbreite.

Ausserdem kann ich links wie rechts eine durchgehende Platte verwenden, nur in der Heckgarage muss ich das lange Brett in zwei Teilen einbauen. Das macht aber nichts, denn so spare ich mir die dritte Platte.

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Hier ist die neue Auflage. Noch ein Vorteil: Ab dort geht’s nach hinten leicht aufwärts, was in der Ausklinkung für einen unschönen Versatz gesorgt hätte, das Problem ist nun keins mehr. Die Schweissnähte musste ich verschleifen damit eine wirklich glatte Auflage entsteht.

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Gestern Abend war die Auflage dann fertig, nach dem Foto kam noch Farbe drauf, damit warn dann auch das Wochenende rum. Morgen werde ich noch neue Halterungen für Kabel und Rohre zuschneiden und anschweissen, dann sollte der mittlere Bereich fertig sein und ich kann ENDLICH zum Einbau der Leitungen, der Schaltwelle und des Gasgestänges übergehen.

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9 Antworten zu Neue Radkästen (8)

  1. -.ZacK.- sagt:

    > „[…] das Problem ist, dass man irgendwie nicht so viel sieht.“

    Das ist (für Außenstehende) _immer_ ein Problem. Was zählt ist aber, das einige weitere zeitraubende Arbeiten abgehakt werden können. Und außerdem: lieber mal etwas weniger „zu sehen“, als im Nachhinein ärgern, dass man „jetzt nicht mehr rankommt“… =)

    • Martin sagt:

      Ich komme ja trotzdem voran, und nachdem ich anfangs geschrieben hatte, dass man nicht viel sieht, ist der Beitrag am Ende ja doch recht lang geworden 🙂
      Ich denke noch 1-2 Tage dann könnte ich soweit sein, dass die Bretter wieder drauf können. Die muss ich aber sowieso erst noch kaufen…

  2. Oliver sagt:

    Hi Martin,

    es ist auf dem Foto nicht so gut zu erkennen, doch wenn der Hydraulikschlauch nur knapp unter dem 4-Kant-Rohr verläuft, würde ich noch ein Stück aufgeschnittenen Kühlerschlauch mit Kabelbindern darum binden, um ihn zu schützen.

    Viele Grüße
    Oliver

    • Martin sagt:

      Hallo Oliver,
      da hast Du recht, derzeit liegt der Schlauch an. Ich muss erst alles wieder festmachen, dann wird sich zeigen ob er dann vielleicht doch frei ist.
      Danke für den Tipp!

  3. Kevin sagt:

    Hallo Martin,
    immer schön zu lesen wenns bei dir weiter geht. Zu dem Schlauch vielleicht noch folgenden Tipp: Nen Schutz drum, und dann aber mitsamt dem Schutz irgendwo dran festmachen. Sonst dauerts nur länger bis der Schlauch durchgescheuert ist ;-).

    Naja, weiterhin frohes Schaffen,
    Grüße Kevin

    • Martin sagt:

      Hallo Kevin,
      danke für den Tip, aber das macht wenig Sinn. Der Schlauch dient ja als Übergang zwischen dem sich bewegendem Motor und dem starren Rohr, welches am Rahmen befestigt ist. Das muss sich bewegen können, und daher kommt feststrapsen nicht in Frage. Ich muss eher schauen, dass der Schlauch einfach nicht anliegt.

  4. Achim sagt:

    Hallo Martin,

    und ganz langsam und unbemerkt wandelt sich das Projekt von „Restauration“ zu „Innenausbau“.
    Ich würde die Systeme testen bevor du die gut zugänglichen Leitungen zubaust. Es wäre zu ärgerlich, wenn du später wegen einer undichten Leitung alles wieder ausbauen darfst, oder die Leckstelle gar nicht bemerkst.
    Ich habe da schon so die ein oder andere Nacht fluchend mit verbracht…..

    Gruß

    Achim

    • Martin sagt:

      Hallo Achim,
      das habe ich vor. Erst werden alle Leitungen wieder installiert und angeschlossen, Wasser drauf und dann gibts nen Probelauf. Derweil machen wir dann an den Radläufen weiter, dann kommen die Radkästen wieder rein und dann erst wird der Holzboden wieder aufgebaut, so dass wir noch Zeit genug habe, Leckstellen zu finden.

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