Werkstatt-Tag

Gestern ging es mal nur um Halle, Werkstatt und Werkzeug, das muss zwischendurch auch mal sein. Wir haben uns um die neue Plattensäge und die ebenfalls neue Metallsäge gekümmert, ausserdem will ich schon seit langem das Glas-Gestell, auf dem die Dachfenster-Scheiben gekommen sind, zu einem Metalllager umbauen.

Hier erstmal die Metallsäge, die ich vor ein paar Monaten von einem Wohnbus-Kollegen gekauft habe. Ich sehe gerade, ich hab völlig vergessen, darüber zu bloggen. Das ist ein steinaltes Schätzchen, das aber prima funktioniert, Gehrungsschnitte kann, über eine Wasserkühlung verfügt und vor allem sehr langsam läuft. Anne konnte aus der Instituts-Werkstatt noch etwas Schneid-Emulsion besorgen und schon waren wir einsatzbereit.

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Naja noch nicht ganz, denn es hatte einen Grund warum ich diese Säge so günstig bekommen habe. Gut zu sehen ist das Winkelgetriebe, von hinten sitzt dort (unter der Abdeckung) eine Riemenscheibe drauf, die über drei kleine Keilriemen die Verbindung zum Motor herstellt. Die Riemenscheibe hatte sich von der Getriebewelle gelöst, weil der Verbindungs-Splint abgeschert war. Die 4mm Splintlöcher waren so ausgenudelt, dass der neu eingesetzte Splint entweder von der Fliehkraft rausgeschleudert wurde oder schlichtweg einfach abrissen ist. So auch gestern, als ich das Material für das neue Metall-Regal zuschneiden wollte, deswegen musste nun eine dauerhaftere Lösung her.

Ein Metallbau-Kollege hat mir unbedingt davon abgeraten, eine andere Verbindung als einen Splint einzusetzen, weil dieser als Sollbruchstelle dient, um zum Beispiel das Getriebe vor Überlastung zu schützen. So haben wir nun die Löcher in der Welle und der Riemenscheibe auf 5mm aufgebohrt und größere Splinte eingesetzt, nun scheint es zu gehen. Und für den Fall der Fälle gibt es nun auch Reservesplinte im Werkzeugschank.

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Eventuell wollte ich auch mal das Sägeblatt austauschen, aber einen Schlüssel mit 41er Weite habe ich nun wirklich nicht in meinem Bestand. Mit einer großen Zange ging die Schraube leider auch nicht los. Hat jemand eine Idee? Muss ich doch einen Schlüssel kaufen und mit dem Hammer aufs Ende schlagen?

Naja wir werden sehen, erstmal scheint es ja zu gehen und das Blatt sägt eigentlich noch ganz gut.

Dann hat sich Marco, mittlerweile regelmäßiger Gast in der Halle, die neue Plattensäge vorgenommen und gründlich gereinigt.

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Erstmal war das Gestell dran. Vor allem die vor verharztem Fett strotzende Laufschiene ist nun wieder spiegelglatt, sehr schön! Jegliche Fotografierversuche sind allerdings gescheitert, weil Marco nie auf der Leiter stand wenn ich mal gerade dran gedacht habe, ihn zu knipsen…

Am Wochenende hatte ich bereits mit dem Stapler das Glas-Gestell aus der Werkstatt geholt, dies musste ich durchs Tor hinaus befördern, weil es für die Tür zu groß ist. An seiner Stelle in der Werkstatt steht nun der große Stahlschrank, der der Plattensäge weichen musste.

Gestern habe ich dann, nachdem die Metallsäge einige Zeit gelaufen ist, die geschnittenen Rohre noch ans Gestell geschweisst so dass am späten Abend doch tatsächlich noch das neue Metalllager fertig war 🙂

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Unten habe ich an einer Seite Platz für Bleche gelassen, hier passen 1x2m Tafeln genau hin. Diese stehen derzeit in der Werkstatt hinter einem Regal, und es ist immer recht mühselig, die dort raus zu ziehen. Das wird nun einfacher.

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Was noch fehlt sind Sicherungsbleche an den Enden der Rohre, damit das gelagerte Material nicht abstürzt. Ich muss mal schauen ob ich noch was passendes im Bestand habe.

Zum Schluss noch eine Sache über die ich irgendwie nie nachgedacht habe, mich gestern aber ziemlich erschrocken hat. Wir haben verschiedene Maßbänder und Zollstöcke aneinander gelegt und festgestellt, dass alle auf 2 Meter mindestens einen, eher zwei Millimeter Differenz hatten.

Schaut euch das mal an, die Skalen sind zwischen 0 und 5cm genau gleich, und bei 160cm dann sowas:

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Härtefall war ein Maßband aus asiatischer Herstellung (Werbegeschenk), welches an dieser Stelle ganze 5mm Differenz zeigte, das ist aber sofort in den Müll geflogen.

Wo kann man denn halbwegs „echte“ Messwerkzeuge wie Maßbänder und Zollstöcke kaufen? Ich weiss, man sollte bei einer Arbeit einfach immer denselben nehmen, aber ich verlege die Dinger beim arbeiten viel zu oft als dass ich mich daran halten könnte.

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10 Antworten zu Werkstatt-Tag

  1. Marco sagt:

    Puh, Schwein gehabt …

  2. Oliver sagt:

    Hi Martin,

    ich hoffe mal, Du musst nieeeee wieder umziehen 😀

    Viele Grüße
    Oliver

  3. Nikolaus sagt:

    Hallo Matin,
    könnte die Mutter an Deiner Säge Linksgewinde haben und sich deshalb weigern aufzugehen?
    Gruß
    Nikolaus

    • Martin sagt:

      Hallo Nikolaus,
      danke für den Tipp, ich habe tatsächlich falsch um die Ecke gedacht. Der Blick auf das rechtsrum drehende Sägeblatt hat mir irgendwie gedeutet, dass die Schraube linksrum los gehen muss, aber das Gegenteil ist der Fall.
      Nach Rücksprache mit meinem SPEZIalisten meinte dieser, solange das Blatt noch gut schneidet, drauf lassen. Und das tuts auch. Das neue kostet knapp unter 100 EUR 🙁

  4. -.ZacK.- sagt:

    Wow! Das mit den Maßbändern ist ja krass!

    Ich verwende bei diversen „Bauarbeiten“ immer 5 Gliedermaßstäbe des gleichen Typs (gabs mal zum Großeinkauf beim Baustoffhändler dazu). Ob die wirklich exakt sind, steht auch in den Sternen – aber wenigstens sind sie alle gleichmäßig ungenau… 😉
    Wenigstens weiß ich jetzt, dass ich zum Maßbandkauf einen dieser mitnehmen sollte – und wieder was gelernt! =)

    PS: Die Idee, aus dem Glas- ein Metallregal zu machen, hat was! Material-, Nerven- und Platzsparend – super!

  5. Sebastian sagt:

    Das wird ja langsam echt ne große Sache – aber stark, was sich da alles an Werkzeug einfindet, davon können manche semiproffesionellen Werkstätten nur träumen, Glückwunsch!

    Das mit den Maßbändern ist echt krass – die Idee meines Vorschreibers find ich aber gut. Einfach fünf Stück oder so bei einem Laden kaufen, alle gleich, und die dann am besten markieren, so daß du nur die verwendest?

    Gruß
    Sebastian

  6. Martin sagt:

    Naja, mein Bestand an Zollstöcken ist ein Sammelsorium aus Werbegeschenken.
    Aber ich habe da schon eine Idee, wo ich mal ein paar einheitliche her bekomme 😉

  7. Ralf sagt:

    Hallo Miteinander,

    das ist ja nett wenn man 5 Gliedermaßstäbe von einer „Sorte“ hat
    wenn man dann im freundlichen Metallbau sich etwas fertigen oder zuschneiden lässt, dann hat man immer noch eine Maß/Messtoleranz….

    http://de.wikipedia.org/wiki/Maßband
    z.B. http://www.messwerkzeuge24.de

    bei der Genauigkeitsklasse 3 sind das bei 1,60 immerhin 2 mm

    Beste Grüße
    Ralf

  8. -.ZacK.- sagt:

    Wie ich schon schrieb:
    Ob die wirklich exakt sind, steht auch in den Sternen – aber wenigstens sind sie alle gleichmäßig ungenau…
    Solange keine „externen Aufträge“ vergeben werden, gibt es da auch keine Probleme.. ..bisher kam das bei uns zwei mal vor: Beim ersten Mal haben wir eine Schablone aus dickem Papier geschnitten und dem Tischler unseres Vertrauens in die Hand gedrückt und bei der zweiten Gelegenheit kam ein Mitarbeiter des Metallbauunternehmens und nahm das Aufmaß selbst – Problem also geschickt umgangen… 😉

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