Aufgeben?

Jeder, der sich mit einem Projekt wie dem Ausbau eines solchen Busses beschäftigt, steht irgendwann mal an der Stelle wo er sich fragt: Bin ich eigentlich bescheuert?

Auch ich stelle mir diese Frage öfter mal, aber ans Aufgeben hatte ich bisher noch nicht gedacht. In den letzten Wochen war es aber leider so weit.

Die Gründe liegen auf der Hand. Es dauert zu lange, es wird immer teurer, der Bus ist groß und nicht besonders wendig, und die Wintertauglichkeit bei solchen Fahrzeugen ist konstruktionsbedingt auch nur mit hohem Aufwand hinzubekommen.

Ein LKW wäre eigentlich besser. Gerade Wände, kleiner und wendiger, und mit einem schmalen Kühlkoffer schon fertig und kältebrückenfrei isoliert. Und nicht zu vergessen ist der deutlich geringere Spritverbrauch.

Nun haben wir das Ganze mal durchgerechnet. Der Spritverbrauch relativiert sich schnell durch die geringeren Unterhaltskosten durch das H-Kennzeichen. Man kann mit dem ersparten Geld von Steuer und Versicherung locker 5000km im Jahr mehr fahren. Reparaturen hat man an allen Fahrzeugen, dieser Kostenfaktor sollte auch rausfallen. Und der höheren Wendigkeit steht ein geringeres Platzangebot im Innenraum gegenüber.

Eigentlich spricht also immer noch alles für den Bus, und so lag die Lösung auf der Hand: Hilfe muss her. Seit Jahren schraube ich mehr oder weniger alleine an dem Bus rum, das macht mürbe und vor allem auf Dauer keinen Spass. Gut, Hilfe kostet Geld, aber das Projekt aufgeben ist noch viel teurer, und in Relation zu dem, was ich schon ausgegeben habe oder noch ausgeben muss, tut das auch nicht mehr weh.

Also habe ich im Aachener Forum für Maschinenbau-Studenten einfach mal eine Suchanzeige aufgegeben, und das hat gefruchtet. Neu im Team ist seit ca. zwei Wochen der Julian, der sich seit dem ausschliesslich um den Kofferraum kümmert.

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Julian hat schon einen Alfa restauriert, ist also Kummer gewohnt, und arbeitet mit denselben Materialien wie ich, und vor allem arbeitet er eigenständig und qualitativ so wie ich es mir vorstelle, das ist für mich eigentlich das Wichtigste.

Und so könnte der Kofferraumboden schon diese Woche soweit fertig werden, dass wir Material bestellen können um neue Streben einzuschweissen. Dann kommt Farbe drauf, danach werde ich die Siebdruckplatten holen.

Übrigens haben sich noch zwei weitere gemeldet, die ebenfalls helfen wollen. Einer ist über den neuen Hallenkollegen Daniel gekommen, der andere hat sich auch auf meine Anzeige gemeldet. Bisher sind beide aber noch nicht wieder da gewesen.

Lassen wir uns überraschen, aber es geht wieder voran!

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7 Antworten zu Aufgeben?

  1. Oliver sagt:

    Hallo Martin,

    eine gute Idee, sich Hilfe zu holen. Ein Bekannter von mir macht es ähnlich und fährt seit Jahren sehr gut damit. Es geht wesentlich schneller voran und gemeinsam zu arbeiten, ist außerdem noch schön.

    Viele Grüße
    Oliver

  2. Klaus Guntermann sagt:

    super Martin. Bleib dran. Und wenn ich in der Gegend bin….schau ich mir den Bus mal an. Viele Grüße

    Klaus

  3. Andre sagt:

    Martin bleib dran, ich drück euch die Daumen das der Bus doch noch fertig wird.
    Wenn es dann soweit ist, verkauft du ihn und holst dir einen wendigen LKW 😉

    Viele Grüße
    Andre

  4. Bjoern sagt:

    Was soll ich sagen… die von Dir genannten Einwaende gegen einen Bus hatte ich Dir bereits am Anfang als meine Bedenken mitgeteilt. Aber auf mich hoert ja nie einer 😉
    Was Dir fehlt ist ein Erfolgserlebnis. Fortschritt der Spass macht, den man sieht. Deine ganzen ‚Basteleien‘ wie die Hebe-Senkanlage, der Heckumbau und anderes halten ewig auf, bringen Dich letztlich aber nicht vorwaerts. Die Zeit laeuft und irgendwann moechtest Du ja auch mal mit dem Bus losfahren. Wenn Du den Innenausbau aehnlich penibel durchfuehrst, werden weitere 2 Jahre ins Land ziehen und irgendwann ist der Bus dann vielleicht fertig, aber der Reiz ist weg. Ich weiss wovon ich rede, ich habe fuer meinen Ausbau 3 Jahre gebraucht und habe bei weitem nicht so viel Wert auf Details im Unterbau gelegt (sehr wohl aber auf die technische Seite und den Innenausbau).
    Ein Lkw ist wendiger, weniger aufsetzgefaehrdet, langlebiger, robuster. Aber eben auch kleiner. Ein Kuehlkoffer mag verlockend klingen, aber ich wuerde nicht in so einer Kste leben wollen, in der 15 Jahre lang Fleischsaefte oder aehnliches durch Ritzen in die Isolierung gezogen sind. Ausserdem kannst Du dort kaum z.B. Kuechenhaengeschraenke anbringen. Letztlich braeuchtest Du einen Tiefkiehkoffer fuer vernuenftige Isolationsstaerke, die Dinger sind aber schwer und ueberschreiten mit 2.60m Breite die Maximalbreite

  5. meise sagt:

    @Björn
    besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können-danke
    ich habe zwar nur transporter umgebaut, aber das mit wenig aufwand
    wir wollten ja fahren, und die meise wird nur modifiziert-aber läuft und läuft……
    @ anne und martin,
    setzt einfach prioritäten, es gibt dinge-die brauchst du jetzt nicht machen
    fang innen an und gib einfach gas-das du erfolge siehst-dann kommt die motivation
    auch wieder-und du kannst abends sagen-schön wieder ein stück geschafft
    wir drücken euch die daumen
    kitty und ralf

  6. Martin sagt:

    Naja, der Innenraum ist bisher nicht meine Baustelle. Aber auch da haben wir weiter gemacht, Bericht ist in Mache!

  7. Uwe sagt:

    Ich kann auch ein Lied davon singen. Inzwischen habe ich einige Busse umgebaut, saniert und repariert. OK, ich habe Hilfe und Maschinen und inzwischen machen wir das beruflich, aber auch ich fasse mich manchmal an den Kopf, wie ich nur auf so eine Idee kommen konnte. Seit 2007 baue und schraube ich an diesen Bussen rum und ich lernen jeden Tag was Neues, aber so langsam macht mir nichts mehr Angst. Aber anstrengend ist es trotzdem. Man sollte so einen Umbau usw. nicht unterschätzen. Mit dem nötigen Kleingeld geht das alles und man sieht auch den Fortschritt, aber wer sich das Projekt so nach und nach zusammen sparen muss, sieht keine bzw. wenige Ergebnisse und das macht mürbe. Also Martin, was lange…………wird am Ende gut. Durchhalten………… 🙂

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