Aufbau der Heizungsanlage

Wie im vorherigen Beitrag angekündigt, möchte ich kurz erklären, wie die Heizungsanlage hinterher funktionieren soll.

Wenn ich die bestehende Webasto 2020 Heizung anwerfe, macht diese erstens einen Höllenlärm, weiterhin ist dieses 23kW Monster mit einem Spritverbrauch von 5 Liiter pro Stunde kein Sparwunder. Und wie schon erwähnt, wird hier immer der Motor mit aufgeheizt, weil alles ein Kreislauf ist.

Wer mag, kann sich das hier mal anschauen.

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Eigentlich sehr einfach: mit Vorlauf und Rücklauf für die Bodenheizgeräte und das Frontheizgerät ist diese Anlage fast aufgebaut wie eine Zentralheizung zu Hause. Die einzige Besonderheit ist, dass die Standheizung im Vorlauf in Reihe eingebaut wurde, das macht auch anders keinen Sinn.

Die Bodenheizgeräte sind allesamt nicht vorhanden, die Anschlüsse aber sehr wohl. Diese wurden einfach mit Blindstopfen verschlossen.

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Am bestehenden Bus-Heizkreislauf wollte ich nun so wenig wie möglich rumpfuschen, und so habe ich mich entschlossen, lediglich einen Plattenwärmetauscher im Kofferraum zu installieren. Dazu verwende den Anschluss zwischen Hinterachse und Kofferraum, von dort aus kann ich zwei Schläuche in den Kofferraum legen um dort den Plattenwärmetauscher zu installieren.

An den anderen Anschlüssen des Plattenwärmetauschers wird nun der Wohnheizkreis installiert, auch ganz normal mit Vorlauf/Rücklauf, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob ich die geplante Alde-Heizung, eine Jonson Umwälzpumpe, den Plattenwärmetauscher und die Notfall-Dieselheizung in Reihe schalten soll. Eigentlich macht es anders keinen Sinn.

Die Funktionsweise ist nun relativ einfach. Im Stand läuft der Wohnkreislauf ganz normal, der Plattenwärmetauscher wird durchflossen, tauscht aber wenig bis keine Leistung aus, weil der Motorkreislauf ja nicht in Bewegung ist. Läuft der Bus, kann ich die Umwälzpumpe des Busses laufen lassen, dazu die Jonson Pumpe im Wohnkreislauf, und schon kann ich mit dem Motor während der Fahrt den Innenraum heizen.

Will ich nur den Motor vorwärmen, stell ich einfach die Webasto Standheizung an. Ist die Wohnraum-Heizung in dem Moment in Betrieb, wird zwangsläufig auch die Wärme von dort über den Plattenwärmetauscher zum Vorwärmen des Motors mit verwendet. Ausserdem habe ich so eine zweite Notfallheizung, falls alle Stricke reissen. Und das ist auch gut so, denn was es heisst, bei Frost auf einmal ohne Heizung da zu stehen, musste ich in meinem Sparkassen-Wohnmobil sehr unangenehm erfahren.

Soweit also die Theorie, ich denke aber dass das so gehen dürfte. Im Archiv des Blogs habe ich gerade übrigens noch den Artikel gefunden, in dem ich mir Gedanken zum Aufbau der Innenraumheizung gemacht habe. Im Prinzip habe ich mich wiederholt, nur dass ich in diesem Artikel hier mehr den motorseitigen Kreislauf betrachtet habe. Und der „Mülleimer“ wird wahrscheinlich wegfallen und durch eine Alde 3010 im Kofferraum ersetzt.

So, nochmal zurück zur Webasto Standheizung: Im Heizungskasten selbst kann man nun rechts einen Rohrbogen (im Vorlauf) mit zwei Abgängen sehen, dort waren die Heizkörper an der linken und rechten Seite angeschlossen.

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Den werde ich ausbauen. Auf dem Foto ist leider nicht zu sehen, dass sich dahinter ein biegsamer Schlauch befindet, den ich dann direkt auf den Vorlauf stecken kann. So ist es wohl im Original auch, zumindest sieht es auf dem Foto in der Bedienungsanleitung so aus.

Nun sieht leider der Boiler, also das Hinterteil der Heizung, ziemlich verrostet aus. Ich habe schon eine Vorahnung, was ich wohl als nächstes machen werde…

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4 Antworten zu Aufbau der Heizungsanlage

  1. Bjoern sagt:

    Du willst den Plattenwaermetauscher am gezeigten Bodenheizkoerperanschluss anschliessen? Davon rate ich ab. O305 und O307 waren immer bekannt fuer ihre unterirdische Heizleistung. Da zwischen Vor-Ruecklauf kein nennenswertes Druckgefaelle herrscht und die Abzweige simpel per T-Stueck und ohne Duchmesserreduzierung in der Hauptleitung ausgefuehrt sind, werden die Heizkoerper mit ihren reibungsintensiven kleinen Durchflussoeffnungen kaum durchflossen. Ich empfehle eine Reihenanordnung im Vorlauf.

  2. Martin sagt:

    Tja, Björn… Das ist die Frage der Fragen, die ich auch Gas-Wasser-Fachmann Meise schon gestellt habe, deine Erfahrungen mit dem O30x haben da bisher keine Rolle gespielt, weil ich sie nicht wusste.
    Die bisher installierten Heizkörper haben gut funktioniert, Meise meinte aber, dass durch das auf den Fotos zu sehende Knie die Fliehkraft genutzt wurde, um ausreichend warmes Wasser für die Heizkörper abzuzweigen. Ob das wirklich eine Rolle spielte, ich weiss es nicht, klingt aber plausibel.

    Jedenfalls, den Vorlauf durch den Plattenwärmetauscher (WT) zu leiten kommt eigentlich deswegen nicht in Frage, weil dieser den erforderlichen Leitungsquerschnitt nicht bedienen kann. Aber es gibt da noch folgende Dinge zu bedenken:
    Der WT ist der einzige Verbraucher im Kreislauf, abgesehen vom Frontheizgerät. Und an diesem muss ich das Ventil nur minimal aufdrehen, damit die Umwälzpumpe anspringt, ein wirklicher Durchsatz an Warmwasser ist damit aber noch nicht gegeben.
    Somit würde die Pumpe nahezu das gesamte warme Wasser durch den WT drücken, und meine Anlage sollte funktionieren.

    Was meinst Du?

  3. Oliver sagt:

    Hallo Martin,

    aus eigener Erfahrung sage ich, es macht nur Sinn, wenn Du den Plattenwärmetauscher jeweils in Reihe schaltest. Ich weiß nicht, wie groß dein Wärmetauscher ist, aber die 6-15l pro min., die die Alde braucht, wird er doch packen, oder? Auf der anderen Seite im Zweig zum Heizkasten vorne reicht es. Zumindest habe ich in meinem Bus noch nie beim Fahren gefroren. Außerdem würde ich im Wohnkreis einen Bypass für den Wärmetauscher vorsehen. Erfahrungsgemäß besser, denn sonst verschenkt man unnötig Wärme.

    Bei mir geht es entweder von der 2010 oder der Thermo 90S direkt in den Plattenwärmetauscher mit 20kW. Funktioniert. Der Wärmetauscher könnte nur etwas größer von der Leistung dimensioniert sein. Der Durchsatz bei den beiden o. g. Standheizungen dürfte höher sein als bei der Alde.

    Meine Erfahrung hat mir gezeigt, lieber ein paar Variationsmöglichkeiten mehr einplanen, als später alles mögliche wieder umzubauen.

    Viele Grüße
    Oliver

  4. Oliver sagt:

    Nachtrag: der Wärmetauscher der 2020 ist aus Stahl. Rostet also. Ist auch bekannt. Manchmal lässt er sich noch flicken, ist aber sicher keine dauerhafte Lösung. Dann besser neu. Falls Du die 2020 nicht mehr brauchst… 😉

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