Türsteuerung umgebaut

Neben der Standheizung war die Türsteuerung mein größtes Sorgenkind. Ich wollte diese so umbauen, dass ich die Türen öffnen kann, auch wenn der Bus steht und der Trennschalter aus ist. Und eigentlich hatte ich mir in den Kopf gesetzt, den Trennschalter einfach zu überbrücken.

Ganz geheuer war mir dabei aber nicht, und so hatte ich diese Frage in einem der letzten Artikel mal in den Raum gestellt. Und siehe da, ich habe meine Meinung geändert (bekommen)… 😉

Und so bin ich nun den Weg gegangen, den Björn in dem verlinkten Beitrag in seinem Kommentar vorgeschlagen hat.

Wie ich ja schonmal erklärt habe, ist es grundsätzlich so, dass es im Bus einige Verbraucher gibt, die auch ohne Trennschalter laufen müssen. Dazu zählt zum Beispiel die Uhr im Tacho, aber auch die Standheizung, die zumindest zum Abkühlen nachlaufen können muss, sowie eben die Betätigung des Trennschalters selbst.

Es musste also möglich sein, auch die Türen so zu beschalten, so dass sie auch ohne Trennschalter funktionieren. Die einzige Voraussetzung dafür wäre, dass sämtliche Masseleitungen absolut keine Verbindung zur Karosserie-Masse haben, und dazu habe ich gestern die Verkabelung der Türventile zerlegt.

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Das sieht ziemlich wild aus, und das ist es auch. Die Kabel sind hier so konfus zusammengebastelt, dass ich mir erstmal in Ruhe einen Schaltplan gezeichnet habe. Nachdem ich das Prinzip aber erstmal verstanden habe, war doch alles recht einfach. Es hat sich so aber vor allem ein gravierender Fehler in der Verkabelung gezeigt.

Jede der beiden Türen ist einzeln ansteuerbar, und jeweils über zwei Knöpfe zu betätigen. Natürlich sind da erstmal die Knöpfe auf dem Armaturenbrett, die vordere Tür kann jedoch auch noch über einen Aussentaster geöffnet werden, der separat mit Strom versorgt wird, damit er abschaltbar ist. Für die hintere Tür gab es einen Knopf an der Haltestange, die sich in der Mitte des Eingangs befunden hat und die ich am Ende auch wieder einbauen werde.

Damit nun keiner eine Tür öffnet, wenn die jeweilig dahinter liegende Kofferraumklappe gerade offen steht, sind in diesen kleine Schalter angebracht, die die Schaltleitung zum Magnetventil unterbrechen. Am Aussentaster war nun aber eine zusätzliche Leitung angeschlossen, welche an diesem Kofferraumklappenschalter vorbei führte und diesen somit dauerhaft überbrückt hat.

Nachdem ich diese Leitung entfernt habe, funktionierte alles genau so wie es sollte. Wie einem so ein Schaltplan doch helfen kann 🙂

Nun galt es noch, diverse Leitungen zu entfernen, die ins Leere führten oder einfach sinnlos waren, weil sie im Kabelbaum nicht mehr angeschlossen waren. So zum Beispiel die Einstiegsbeleuchtung der Stufen, die wird hinterher über den Wohnraum laufen, aber auch ein ganzer Knoten roter Leitungen, der irgendwie nur mit sich selbst verkabelt war, sehr dubios.

Danach war es doch um einiges übersichtlicher. Nun konnte ich alle Masseleitungen sortieren, von den Magnetventilen lösen und messen, ob noch irgendwo eine Verbindung zur Karosserie besteht. Am Ende gab es dann nur eine dauerhafte Verbindung vom Anschluss des Magnetventils für die rechte Tür. Bei diesem war die zweite Leitung direkt mit dem Gehäuse verlötet, beim dem für die linke führten jedoch beide Kabel nach draussen.

Und da erinnerte ich mich an einen Besuch in Trier vor einiger Zeit, bei dem auf einmal ein Mitarbeiter breit grinsend mit einem Magnetventil für die Tür vor mir stand und mir eben dieses in die Hand drückte.

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Und siehe da, dieses Ventil hatte zwei Anschlüsse, also keine Masse am Gehäuse!

Da ich die ganzen Luftleitungen aber nicht abschrauben wollte, habe ich nur den Elektromagneten gelöst und mit dem eingebauten verglichen.

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Hier kann man sehr gut sehen, dass bei dem oberen ein Draht an der Platte verlötet ist. Bei dem unteren führen aber zwei Leitungen raus, und genau so brauche ich das!

Nun konnte ich alle Masseverbindungen wieder verkabeln, vorne im Sicherungskasten das passende Kabel von der Karosseriemasse lösen und auf die ungeschaltete Masse legen. Ein kurzes Prellen des Relais für die Zündung hat mir aber gezeigt, dass hier noch was nicht stimmt.

Die Ursache war schnell gefunden: Der Aussentaster hat eine Beleuchtung, und der Faden der Glühlampe reichte offenbar aus, um hier eine Rückspannung durchzulassen. Da wir aber sowohl den Aussentaster als auch den Innentaster an der Stange später über den Wohnkreislauf führen möchten, habe ich das Lämpchen einfach erstmal abgeklemmt.

Und was soll ich sagen, es funktioniert! Die Türsteuerung verhält sich wie gewünscht, es gibt keine unerwünschten Rückspannungen und ich konnte sogar noch eine Leitung, die übrig geblieben war, für Dauerplus für die spätere Steuerung vom Wohnraum aus benutzen.

Alleine aus Sicherheitsgründen habe ich mich dann aber doch noch dazu entschlossen, die Grundplatte, auf der die Magnetventile montiert waren, gegen eine Siebdruckplatte auszutauschen. Was könnte alles passieren, wenn man hier mal nen kleinen Fehler macht. Ein defektes Magnetventil tauschen und nicht mehr dran denken, dass dies ja keine Gehäusemasse haben darf…

Also los. das Stück war leicht ausgesägt und eine Platte schnell besorgt.

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Tja, und warum diese eigentlich einfache Aktion am Tagesende diese neue Baustelle übrig gelassen hat, das ist eine längere Geschichte, und die erzähle ich Euch dann ein anderes Mal…

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