Standheizung läuft wieder

Einiges an Tüftelei hat mich der Rückbau der Verkabelung der Standheizung gekostet. Im vorderen Sicherungskasten (im Fachjargon „Hauptschalttafel“ genannt) habe ich bereits ein paar wenige Kabel wieder auf die ursprünglichen Sicherungen und Relais gelegt. Die ganze Stromversorgung der Heizung spielt sich allerdings auf der Nebenschaltafel ab, die befindet sich genau am anderen Ende des Busses, nämlich hinten rechts, bei den Batterien.

Gut, immerhin ist die Kaffeemaschine dort nicht so weit weg 🙂

Nun, zuerst eine Bestandsaufnahme:

Zunächst habe ich den Kabelbaum an der Heizung selbst aufgeschnitten, soll heissen, die Kabelbinder gelöst. Zwei Kabel hatte ich vorher schon aus dem Vetter-Stromkreis befreit und in den Kasten der Standheizung zurück gezogen. Dann die Kabel verfolgen…

HIer sieht man das erste Kabel, welches rausgeflogen ist.

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Daran hing früher ein Thermostat oberhalb der Bücherregale, dieses hat die Heizung bei erreichen der gewünschten Raumtemperatur abgeschaltet. Die Leitung war einfach in die Zuleitung eines Kühlwasserthermostats eingeschleift und daher schnell ausgebaut.

So, nun ging es an die Stromversorgung. Das Kniffelige an der Standheizung ist, dass sie nicht einfach ausgehen darf, wenn man sie abschaltet. Sie muss ein wenig nachlaufen, auch wenn die Flamme ausgegangen ist, damit die Wärme abgeführt wird. Selbst wenn man den Batterientrennschalter ausschaltet, muss dies gewährleistet sein. Und dazu wurden natürlich entsprechende Leitungen gelegt, die am Trennschalter vorbei direkt auf die Batterie geführt werden.

Ich muss an dieser mal ein Lob an die Firma Vetter loswerden. Nirgens wurden Kabel abgeschnitten oder rausgezogen, überall sind die isolierten Kabelschuhe noch vorhanden und im Kabelbaum versteckt und mit Isolierband fixiert worden. Selbst wenn man keinen Schaltplan hat, ist es offensichtlich, wo welche Leitungen früher mal hingeführt haben. Das machts einem wirklich einfach, den Originalzustand wieder herzustellen!

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Und so war es auch bei diesem erstmal chaotisch anmutendem Gewirr. Eine nachträglich installierte Zuleitung sowie eine zusätzliche Masseleitung direkt auf die Karosserie waren schnell gefunden und ausgebaut, die originalen Anschlüsse passten einigermassen zum Schaltplan und haben sich im Kabelbaum gefunden. Diese in den Stecker einzuklipsen und anzuschliessen war schnell erledigt.

Übrig geblieben ist wieder mal ein großer Haufen Kabel. Ob wir am Ende doch unter 7,5 Tonnen kommen? 🙂

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So, die Geschichte war damit aber noch nicht erledigt, denn die Heizung tat es noch nicht. Also habe ich im Schaltplan die Zuleitungen verfolgt und bin an der vorhin erwähnten Nebenschalttafel gelandet.

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In der obersten Reihe befinden sich Lichtmaschinenregler, Überspannungsschutz und vermutlich ein Timer-Modul für die automatische Motoröl-Nachfüllung, die aber längst ausgebaut ist. Darunter ein schwarzer Kasten, der nicht angeschlossen ist, dazu gleich mehr.

Und ganz unten befinden nun die großen Hauptsicherungen für die Bus-Stromversorgung, sowie einige kleinere Sicherungen, unter anderem eben für die Standheizung. Dabei war es nicht ganz so einfach herauszubekommen, wie das alles verschaltet war. Im Gegensatz zur Hauptschalttafel kommen die stromführenden Leitungen hier auch mal von unten und gehen nach oben weg.

Ausserdem führt über den rechten Block ganz links auch die Dauer-Masseleitung direkt zur Batterie. Diese erkennt man aber erst, wenn man das Kabel mal sauber macht, die ist nämlich braun mit einem roten Strich, wie alle diese Dauer-Masseleitungen im Bus. Auch das erleichtert die Suche enorm.

Nach weiterer Tüftelei und vorsichtigem durchmessen, ausprobieren und Schaltplan lesen bin ich am Ende nur auf eine mögliche Konstellation gekommen, wie die ganze Geschichte nur funktionieren kann, und habe diese provisorisch angeklemmt.

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Und siehe da, die Umwälzpumpe läuft ordnungsgemäß an, die Heizung zündet und läuft ebenfalls und verhält genau wie sie soll! Auch nach Trennen der Stromversorgung liefen Heizung und Pumpe ordnungsgemäß nach und ging erst ein paar Minuten später aus. Also konnte ich die Sache ordnungsgemäß verkabeln, ich vermute, dass es so ähnlich auch früher ausgesehen haben muss.

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Und damit kann ich eine weitere kleine Baustelle abschliessen, denn die Verkabelung der Heizung hatte mir mit am meisten Sorgen gemacht.

So, zum Schluss noch ein kleiner Beitrag zu dem schwarzen Kasten, den ich vorhin kurz erwähnt habe. Ich wusste zunächst nicht, was es damit wohl auf sich hat, auch beim Blick in den Schaltplan hat sich mir nicht so genau erschlossen, was das wohl ist. Eigentlich konnte es nur die Startsperre für den Anlasser sein. Dieser verhindert, wie ich nun weiss, dass man bei laufendem Motor den Anlasser betätigt, und auch wenn man gestartet hat, wird der Anlasser danach für einige Sekunden gesperrt.

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Ein Anruf bei Herrn Reichert in Trier ergab, dass der Bus früher mal Probleme damit hatte und man deswegen den Anlasser getauscht hat. Das Problem war aber am Ende wohl doch nur dieses kleine Kästchen, welches man dann schlichtweg überbrückt hat. Auf dem Foto weiter oben kann man die Brücke gut sehen.

Naja, schön ist anders, aber ich traue mir erstmal zu, den Anlasser ordnungsgemäß zu bedienen, das originale und intakte Teil hätte ich aber schon irgendwann mal wieder installiert. Lustig fand ich dann aber, dass ich dann durch Zufall eben diese Sperrschaltung am selben Abend bei ebay gefunden habe. Man beachte den Preis!

Ich hab dann mal eine Nachricht hingeschrieben, dass das ja wohl ein Fehler in der Kommaposition sein muss, und dass ich für 29,90 EUR das Modul kaufen würde. Bisher kam keine Antwort.

😀

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