Elektrikproblem

Man könnte auch sagen: „Elektronikproblem“. So eins habe ich gestern behoben, und das war ziemlich kniffelig. Durch die Zuordnung der Taster für die Türsteuerung habe ich mir den Anschlussplan für den versteckten Aussentaster mal genauer angeschaut, denn dieser schaltet auch den Batterietrennschalter kurzzeitig ein, damit die Türsteuerung Spannung bekommt.

In diesem Zusammenhang ist mir ein Verhalten aufgefallen, welches ich vor einiger Zeit schonmal beobachtet habe: Wenn man den Aussentaster betätigt, geht für die Dauer des Drucks die Zündung mit an, d.h. alle roten Lämpchen im Armaturenbrett leuchteten kurz mit auf. Und das konnte meines Erachtens so nicht richtig sein, denn über die Beschaltung des Aussentasters konnte ich die Zusammenhänge zumindest soweit erkennen, dass die Tür auch ohne Zündung aufgehen musste.

Klemme 15, also alles im Bus, was nur funktioniert wenn man die Zündung eingeschaltet hat, musste also irgendwoher eine ungewollte Rückspannung bekommen. Und das ist überhaupt nicht gut, wenn man bedenkt, dass hier einige Verbraucher dran hängen, so könnten zB. auch die Steuerung der Heizung oder das Gebläse Spannung bekommen, und der gesamte Strom dafür fliesst dann über den Aussentaster.

Nach einiger Sucherei habe ich im Schaltplan eine Reihe von Dioden gefunden, diese sind dafür zuständig, den Strom nur in eine Richtung fliessen zu lassen. Über das Relais Nr. 1, welches für die Betätigung und die Selbsthaltung des Trennschalters zuständig ist, bin ich dann auf ein in der Legende als „Diodenkasten“ bezeichnetes Modul gestoßen, in dem sich 4 von 5 im Kabelstrang verbaute Dioden befinden.

Der Deckel war durch zwei Nasen gesichert. Nachdem ich diese zurück gebogen habe, habe ich diese Altertümchen vorgefunden:

DSC03815.JPG

Rechts im Bild mit dem abgezogenen Stecker die 5. Diode. Das Modul selbst war nur an den Kabelbaum angesteckt und nach dem Abziehen konnte ich es problemlos durchmessen. Und siehe da, die erste Diode war durchgeschlagen, also in beide Richtungen durchlässig. Und genau diese führte im Schaltplan auch direkt vom Relais Nr. 1 auf Klemme 15, also die Zündung.

Vergleichslisten im Internet und auch beim Elektronikhändler haben dasselbe Ergebnis geliefert, es ist eine völlig normale Standard-Diode Typ 1N 4001 als Ersatz zu verwenden. Da mein Vorrat aber gerade aufgebraucht war, habe ich direkt mal einen Schwung neue gekauft und eine davon als Ersatz für die Defekte eingelötet.

DSC03818.JPG

Und schon funktioniert alles wieder wie es soll!

Was offen bleibt ist, wie das passieren konnte. Der Diodenkasten war auch schonmal erneuert worden, und da er noch ziemlich neu aussieht, kann das das nur vor nicht allzu langer Zeit gewesen sein. Und nun war die Diode schon wieder durchgebrannt. Irgendwie muss also deutlich zuviel Strom geflossen sein, so dass durch die Überlastung der Durchschlag ausgelöst wurde.

Ich vermute, dass dieser Fehler irgendwo und irgendwie durch die oft sehr aufwändigen Eingriffe in die Verkabelung durch der Firma Vetter verursacht wurde. Durch den Rückbau könnte es nun behoben sein. Wir werden sehen.

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