Ecas-Einbau: Es geht! (Beitrag mit Video)

Was soll ich sagen – es geht! Da ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, denn ich hab wirklich stundenlang nach möglichen Fehlern gesucht und nichts gefunden. Am Ende war es das Steuergerät, aber bis ich drauf gekommen bin, hats ein wenig gedauert…

Nachdem die Kalibriervorgänge einer nach dem Anderen gescheitert waren, habe ich abends gegen 22 Uhr aufgegeben und am nächsten Tag erstmal bei der Wabco Hotline für gefrustete Druckluft-Bastler angerufen. Zufällig habe ich einen langjährigen und sehr erfahrenen Mitarbeiter ans Telefon bekommen, aber selbst der musste sich erst schlau machen, denn an einen Kalibriervorgang durch erregen des Steuergerätes mit einer Masseleitung erinnerte er sich nur ganz dunkel.

Normalerweise werden hierfür schon immer Diagnosegeräte angeschlossen, die das alles übernehmen. Dass ich diese Dokumentation einer offiziellen Mercedes Werkstattanleitung entnommen habe, hat ihn wirklich gewundert. Wir sind aber auch nicht wirklich weitergekommen, mein Aufbau schien nach einigen Rückfragen durchaus korrekt zu sein. Und so haben wir uns für den nächsten Tag noch einmal telefonisch verabredet, er wollte noch mal recherchieren.

In der Zwischenzeit war ich dann wieder mal beim benachbarten Busunternehmen und hab mit dem Werkstattmeister gesprochen. Der hatte tatsächlich ein Diagnosegerät da, jedoch nur mit 35poligem Stecker, wie das für Busse auch üblich ist. Nur ich habe ja die einfache Version des Steuergerätes mit 25 Polen eingebaut, da kamen wir also auch nicht weiter. Dazu muss das Diagnosegerät für jeden Diagnosevorgang ein fahrzeugspezifisches Programm einlesen, welches man bei Wabco auf einer Chipkarte kaufen muss.

Das Adapterkabel für 25polige Steuergeräte kostet 300 EUR, das Programm 200 EUR, was so ein Tester kostet habe ich dann erst garnicht mehr gefragt. Es muss also anders gehen.

Am nächsten Tag rief der Wabco-Techniker an und hat mir erklärt, dass die Steuergeräte nicht nur kalibriert werden müssen, sondern dass eine Parametrierung der Fahrzeugkonfiguration erforderlich ist. Das wiederum geht nur mit einem Diagnosegerät, und auch nur wenn das Auto dran hängt. Als nächste mögliche Werkstatt, die diesen Vorgang durchführen kann, hat er mir die Mercedes Niederlassung in Eschweiler genannt.

Da der Bus aber derzeit aufgebockt ist und ich mit der Luftfederung auch nicht provisorisch fahren wollte, kam diese Lösung nicht in Frage. Am Ende hat Sven angeboten, mir ein Steuergerät aus seinem Bestand zu schicken. Da er in seinem 820 dieselben Geräte zur Steuerung eingebaut hat, muss ein Steuergerät, welches bei ihm funktioniert, auch in meinem Bus seinen Dienst verrichten. Beim durchprobieren von ca. 5 Steuergeräten hat tatsächlich nur eins anstandslos funktioniert, was mir die Theorie mit der fehlenden Parametrierung bestätigte.

Einen Tag später war das Steuergerät da, flugs umgesteckt, Zündung an, – und der Bus hat sich sofort gehoben und gerade gestellt! Ihr könnt euch mein breites Grinsen für die nächsten Stunden vorstellen? Ich denke schon 🙂

Ich werde nun schauen, dass ich, wenn der Bus wieder auf seinen Rädern steht, mal damit zu Mercedes fahren werde, um die anderen Steuergeräte einstellen zu lassen. Denn in meinem Lager befindet sich mittlerweile eine beachtliche Sammlung an Magnetventilen und Weggebern, so dass ich locker noch zwei weitere Busse mit einem Ecas System ausrüsten könnte. Also, wer hat noch Bedarf? 😉

Übrigens gibt’s heute noch eine Premiere: Das erste moderierte Video in der Geschichte dieses Blogs, der die Funktionsweise des Systems erklärt. Sowas kostet mich echt Überwindung, wo ich doch eine echte Mikrofon-Phobie habe…

Trotzdem viel Spass!

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