JC: Neue Hochdachverklebung

So, ich habe eine lang gefürchtete Baustelle gestern Abend abgeschlossen, das war ein Haufen Arbeit.

Eine bekannte James Cook Krankheit ist leider die mangelhafte Verklebung des Hochdachs. Dieses ist von Westfalia nachträglich aufgesetzt und steht rundrum in der Dachrinne. Dann wurde die Dachrinne komplett mit Kleber aufgefüllt, und das wird mit den Jahren rissig, so dass dann Wasser ins Auto läuft. Das war hier der Fall.

Zum Glück lief das Wasser nicht in den Innenraum sondern Richtung Hecktüren, dort ist es dann aus Ablauflöchern im oberen Karosseriebereich in die Fächer in der Hecktür gelaufen. Trotzdem lästig, denn das konnte ganz schön viel werden.

Die Arbeitsschritte sind einfach erklärt: Alten Kleber rauskratzen, eventuell Rost behandeln, neuen Kleber einbringen und lackieren.

Schön wäre es, wenn’s auch so einfach von der Hand gehen würde. Von wegen. Gedauert hat die ganze Nummer gut eine Woche, jeden Tag immer wieder mal ran, behandeln, trocknen, behandeln, trocknen. Nur die ersten 2 Tage habe ich voll mit dem Rauskratzen verbracht.

Es gibt dazu also nun wieder eine Bildergeschichte, die dieses Mal recht umfangreich ausfällt, weil ich gerne anderen James-Cook Fahrern einen Leitfaden geben möchte, was sie erwartet.

Als erstes habe ich mal die Markise abgeschraubt. Das war mühselig, weil sich die Muttern im inneren mitgedreht haben. Die Markisen, die ich bisher montiert habe, waren mit Blechschrauben fixiert.

Ich bin leider erst hinterher darauf gekommen, dass man ganz leicht an die Muttern dran kommt, wenn man die Markise ein kleine Stück ausfährt. Wie blöd von mir…

Die Markisenhalter sind einfach abzunehmen, im Hochdach gibt’s an dieser Stelle Gewinde.

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Die Markise ist oben mit einem Dichtband versehen, damit kein Wasser hinter der Markise runter läuft. Und wenns doch passiert, was macht man da? Richtig, man nimmt die Silikon-Kartusche in die Hand.

Silikon wurde vom Teufel erfunden! Das hab ich letztens in meinem Forum gelesen. Sehr treffend, ich hasse das Zeug mittlerweile echt!

So, und nun bekommen wir den Ausblich auf das ganze Übel:

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So sieht das rundrum aus. Mal mehr mal weniger schlimm. Das alles mit nem Schraubendreher rauszukratzen wäre übel, und so habe ich mir von meinem Vater einen Multimaster geliehen. Mit umgekehrt aufgesteckter Klinge konnte ich diesen nun recht einfach durch die Dachrinne gleiten lassen.

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Ich habe immer drei Schlitze gezogen: Einen am Dach entlang (aufpassen, dass man nicht an den Lack kommt), einen so weit aussen wie es geht, möglichst direkt am Blech entlang, und einen in der Mitte, um den tiefen Kleber aussen am Stück raus zu bekommen.

Hier kann man das gut sehen:

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Und hier kann man sehen, warum ich das so gemacht habe. Das Laminat des Hochdachs ist unten nochmal leicht umgelegt und steht damit in der Dachrinne drin. Davor verbleibt ein enger tiefer Spalt, der freigelegt werden will.

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Hier auch nochmal gut zu sehen:

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Das Gelcoat des Laminats zu verletzen ist leider kaum vermeidbar.

Oberhalb der A-Säule kam übles zum Vorschein:

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Das habe ich zunächst mit Ovatrol Rostschutzöl behandelt und danach mit Brantho Korrux Nitrofest Rostschutzfarbe in weiss übergepinselt. Diese Farbe habe ich auch an allen anderen Stellen aufgetragen, wo das blanke Blech zu sehen war.

Und hier nun das Ergebnis nach zwei Tagen knibbeln und saubermachen:

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So, nun ergab sich das erste richtige Problem: Das Hochdach wird 10cm über der Dachrinne nach oben zunächst etwas breiter, für den Schlafkomfort. Das bedeutet, dass man mit einer Kartuschenspritze nicht in den schmalen frei gelegten Spalt hinein kommt. Eine Abgewinkelte Spritze musste her. Und die zu finden hat einen ganzen Nachmittag gekostet…

Tatsächlich habe ich dann in einem sehr großen Aachener Malergroßhandel diese tollen stufenlos verstellbaren Spritzen bekommen:

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Und das ging ganz wunderbar!

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Ein Tipp dazu: Wenn man die Spritze leicht nach vorne neigt, also quasi das Kleberbett vor sich her schiebt, braucht man die Naht nicht abziehen, das drückt sich dann von selbst in den Spalt rein.

Im Prinzip wie beim schweissen 😉

So, während die erste Kleberschicht Zeit zum trocknen hatte, habe ich mir noch den Bereich über der Windschutzscheibe vorgenommen, da bin ich bisher noch gar nicht dran gewesen. War aber auch nötig, wie man sieht:

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Rausschneiden konnte ich den problemlos mit dem Teppichmesser, allerdings mit einer neuen scharfen Klinge.

Auch hier kam unschönes zum Vorschein, was ich dann auch erstmal mit Owatrol behandelt haben.

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Und wieder braucht es Zeit zum Trocknen. Diese konnte ich aber nutzen, um nun die Dachrinne zu verfüllen.

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Ein Stapler ist hier ausgesprochen hilfreich, wahlweise eine andere Möglichkeit, am Auto erhöht entlang zu laufen 😉

Die Dachrinne habe ich aussen sowie am Übergang zum Dach abgeklebt, das war sehr hilfreich.

Über der Windschutzscheibe habe ich ebenfalls abgeklebt und den Kleber dann mit einem Abzieh-Werkzeug glattgezogen. Das ging recht gut, aber das finale glattziehen macht man dann doch besser mit dem Finger. Und das geht bei Polymerkleber am besten mit Spiritus bzw. mit Bremsenreiniger, NICHT MIT SPÜLI!

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Das ist schön geworden und wird auch nicht lackiert.

Hier die Dachrinne nach dem Verfüllen:

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Den Tipp mit dem Bremsenreiniger hab ich von einem alten Wohnmobil-Bekannten, von dem ich überhaupt auch erst den Tipp mit diesem Polymerkleber bekommen habe, den ich nun schon seit Jahren erfolgreich einsetze. Das Zeug nennt sich Weicon 310M Classic, in diesem Fall in weiss.

So, nun kann das alles in Ruhe trocknen.

Nun, da war ja noch was mit Silikon. Unter Einsatz diverser chemischer und mechanischer Hilfsmittel ist auch das ziemlich gut geworden, das wegzumachen hat aber auch nochmal einen Vormittag gekostet.

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Das Dichtgummi auf der Rückseite habe ich auch sauber geschrubbt, teilweise musste auch Schleifpapier herhalten.

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Und noch einen Nachmittag hat es gedauert, das Auto in Folie einzupacken.

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Und nochmal zwei Nachmittage habe ich gewartet, bis das Thermometer über 10 Grad geklettert ist, und es mal aufgehört hat zu regnen.

Das wurde und wurde aber einfach nichts, und so habe ich kurzerhand in der Halle lackiert. Dazu habe ich das Auto in die letzte Ecke gestellt, und zum Lackieren nur die kleine Ausbesserungspistole genommen. Das hat zwar etwas länger gedauert, aber diese Pistole macht so gut wie keinen Nebel. Selbst eine Sprühdose saut mehr rum.

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Und so sieht’s nun aus!

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Fertig!

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Und ganz fertig:

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Super ist es geworden, ich bin sehr zufrieden! Aber es hat eben wieder mal lange gedauert.

Der kleine Corsa im Hintergrund ist übrigens der neue Stadtflitzer, auch der brauchte nebenbei etwas Zuwendung. Aber der läuft nun, und wie 🙂

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