JC: Lüfter der Standheizung tauschen

Es gibt zwar ein Forum für James Cook und andere Westfalia Fahrzeuge, jedoch habe ich dort und auch anderswo keine Anleitung gefunden, wie man die Standheizung ausbaut. Zusätzlich zum Zerlegen der Heizung muss man hier nämlich noch den Edelstahlkasten demontieren, mit dem die Heizung unters Fahrzeug geschraubt ist.

Es ist zwar kein Hexenwerk, aber ich hätte eine Dokumentation trotzdem hilfreich gefunden. Hier also wieder einmal eine Bildergeschichte mit Text, wobei ich die meisten Fotos erst bei der Montage gemacht habe. Ich stelle sie einfach in umgekehrter Reihenfolge ein und beschreibe die einzelnen Schritte.

Als erstes sollte man den Wagen mindestens hinten links aufbocken, vorne links wäre zusätzlich auch nicht schlecht. Wenn man dann drunter schaut, ergibt sich folgendes Bild:

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Die auf dem Foto zu sehende Dieselleitung kommt von vorne in einem Bogen vom Tank, ebenso der Kabelbaum, der hinten am Gehäuse montiert ist. Um hier im nächsten Schritt etwas mehr Bewegungsfreiheit zu haben, sollte man zuerst eventuell installierte Kabelbinder über dem Tank-Einfüllstutzen losknipsen.

Am Kasten über der Dieselleitung befindet der Ansaug für die zu erwärmende Luft aus dem Innenraum. Der Ansaug dafür ist im Innenraum neben der Sitzbank in der Seitenverkleidung. Den Schlauch muss man durch Lösen der Schlauchschelle am Kasten abnehmen. Evtl. ist die Schelle verrostet und muss zerstört werden. Ersatz gibts in jedem Baumarkt in der Sanitärabteilung.

Von unten am Standheizungskasten ist eine weitere Dieselleitung und der Ansaugschlauch für die Verbrennungsluft, dazu später mehr.

Dann kommt der Auspuff, dieser sollte durch Lösen der Schelle am Gehäuse und der Schellen im weiteren Verlauf des Rohres im Ganzen abgeschraubt werden. Bei mir war das Rohr ziemlich verrostet, ich habe es nach der Demontage entrostet und mit hitzebeständigem Lack behandelt.

Hinten am Kasten ist noch der Auslass für die erwärmte Luft, die im Innenraum über einen Kanal an drei Ausströmdüsen verteilt wird. Auch hier ist eine (evtl. verrostete) Schlauchschelle zu lösen und dann der Schlauch abzuziehen.

Dann ist der gesamte Kasten mit 6 Schrauben SW 13 befestigt. Zwei gehen an der Seite in den Holm, vier weitere sind oben. Hier kommt man gut mit einer Ratsche und langer Verlängerung hin.

Mit dem Lösen der oberen vier Schrauben löst sich der gesamte Kasten, jedoch ist hier Vorsicht geboten, weil die Dieselleitung und der Kabelbaum noch angeschlossen sind. Entweder legt man sich den Kasten auf den Schoß, oder man unterlegt einfach zwei Holzklötze.

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Nach aussen gekippt sollte man nun folgendes demontieren, auch in der beschriebenen Reihenfolge:

  • Die beiden Schellen mit denen der Kabelbaum hinten am Kasten befestigt ist
  • Die Steckverbindungen des Kabelbaums, dieser ist dann vollständig gelöst
  • Die Stecker vom Steuergerät, damit man besser an die Dosierpumpe kommt
  • Den Schlauch an der Dosierpumpe, der nach hinten zeigt (im Bild nach rechts, – Schlauch noch nicht rausziehen!)

Der Dieselschlauch ist noch IM Kasten mit einer Schelle fixiert. Normalerweise kann man von unten die Schelle lösen, bei meiner Installation war das aber total verrottet, so dass ich die Schelle einfach mit einem langen Schraubendreher etwas hochgebogen habe.

Dazu muss man den vorderen Deckel des Kastens mittels 6 Edelstahlschrauben lösen und über die Leitung so weit es geht nach vorne schieben.

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Hinterher bei der Montage habe ich sie dann genauso einfach wieder runter gedrückt.

Nun kann man wirklich die Leitung vorsichtig herausziehen, natürlich wird hier etwas Diesel auslaufen. Ich habe kurz vorsichtig mit der Druckluftpistole reingeblasen, denn da die Leitung tiefer liegt als der Tank könnte hier theoretisch der gesamte Tankinhalt auslaufen.

Das wars am Auto, nun kann man den Kasten mit auf die Werkbank nehmen.

Weiter gehts mit der Demontage wie folgt:

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Zunächst an der Unterseite des Kastens den Ansaugschlauch demontieren und aus dem Kasten herausziehen. Der ist nur eingesteckt. Original ist übrigens bei der D3L am Ansaug ein Schalldämpfer verbaut, den brauchte man hier offenbar nicht.

Dann die Dieselleitung abschrauben, auch hier waren bei mir die Schellen des kurzen Verbindungsschlauches fest. Ich habe den Plastikschlauch der von der Dosierpumpe kommt abgekniffen und den Verbindungsschlauch mit leichter Gewalteinwirkung vom Stutzen abgezogen. Nicht zuviel Gewalt bitte, im Zweifelsfall muss die obere Schelle zerstört werden.

Zuletzt die Stehbolzen lösen. Bei mir kamen die Bolzen mit raus, auch diese waren verrostet.

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Dann den Kasten vorsichtig aufrichten, die Heizung ist nun lose. Die Halteplatte für Steuergerät und Dosierpumpe an der Rückseite des Kastens abschrauben, dann müsste man die gesamte Mimik herausnehmen können.

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Die letzten elektrischen Verbindungen befinden sich unter Abdeckung, die mit einer Imbusschraube zu lösen ist. Ein Stecker ist abzuziehen, dann ist noch eine Schraube von der Glühkerze zu lösen.

Als nächstes entfernen wir die Gehäuseteile, dazu muss der Stift in den Befestigungsdübeln nach innen durchgedrückt werden. Das geht mit einem kleinen Uhrmacherschraubendreher oder einem 1mm Dorn.

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Die Stifte fallen ins Gehäuse und sollten vorsichtig aufgesammelt werden.

So sieht das aus:

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Es sind insgesamt drei Teile: Eine Oberschale und ein Unterteil, sowie ein Kopfende. Ausserdem ist unten am Fuss noch eine Dichtung, die man so abziehen kann.

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Nun kann man die Platine, die auf dem Lüfter sitzt, ausrasten und nach vorne abziehen.

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Der Rest ist einfach. Vier Kreuzschlitzschrauben sind zu entfernen, dann löst sich der Lüftermotor. Der gesamte auf dem Foto zu sehende neue Teil wird ausgewechselt, der neue Lüftermotor kostet lt. Liste ca. 350 EUR. Bei Impek Berlin habe ich den ihn für knapp unter 300 EUR bekommen, immerhin. Die Dichtung braucht man nicht, die war bei dem mir gelieferten Lüftermotor schon montiert.

Hier kann man übrigens gut sehen, dass zwei Stehbolzen raus sind und die zwei anderen bereits bei einer früheren Demontage abgebrochen sind.

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Ich beschliesse in diesem Moment, dass ich keine neuen Bolzen einsetze, sondern Edelstahlschrauben aus meinem Fundus nehme. Und das zwei davon reichen müssen, mit dem Ausbohren fange ich garnicht erst an…

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Die Länge sollte natürlich ungefähr passen.

Alle möglichen anderen Schrauben und Schellen habe ich erneuert und den Auspuff von dem langen Auspuffrohr getrennt. Das erleichtert die Montage.

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Die Montage erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge…

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…bis der ganze Kram wieder an Ort und Stelle sitzt.

That’s it!

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