JC: Frischwasser-Geber, stärkerer Stabi und neue Hinterachse

Diverse Dinge sind wieder am James geschehen, ich fasse meine Erkenntnisse hier mal „kurz“ zusammen:

Lt. James Cook Forum geht der Geber für Wasserstand im Frischwassertank mindestens einmal pro Jahr kaputt, weswegen die meisten diesen garnicht erst mehr erneuern. Das Sensor-Rohr ist aus Kunststoff, darauf gleitet ein Schwimmer auf und ab. Mit der Zeit bekommt das Rohr Haarrisse und die Elektronik säuft ab.

Trotzdem hab ich bei Westfalia einen neuen Geber bestellt, denn ich habe gehört, dass die neuen Geber ein Edelstahlrohr haben.

Und tatsächlich:

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Links ist der neue, es ist genau so. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Geber nun dauerhaft funktionieren sollte.

Dann hatte ich mir noch Gedanken zu der undichten Hinterachse gemacht. Links kommt schon Achs-Öl raus, rechts fängt es langsam an zu schwitzen. Die Reparatur ist Aufwändig und ich kann sie nicht selbst durchführen, weil dazu ein Lager aufgepresst werden muss.

Das wusste ich aber vorher, deswegen hat der Verkäufer mir nochmal einen anständigen Preisnachlass gegeben.

Ein Blick in eBay hat aber ergeben, dass für passable Preise auch ganze Hinterachsen für den Sprinter angeboten werden, und von Bj. 1995 bis 2005 sind die Achsen alle kompatibel. Zufällig war eine passende Achse dabei, die wenig gelaufen hatte, über ABS und eine Differentialsperre verfügte, und sogar noch ein wenig schneller übersetzt war. Rechnerisch würden wir dann bei Tachoanzeige 110 genau 117km/h fahren, viel länger übersetzt wollte ich die Achse dann aber auch nicht haben, sonst reicht die Leistung nicht mehr, um Berge hoch zu kommen.

Ich wurde mir schnell mit dem Verkäufer einig, und zwei Tage später hat Pascal mir die Achse netterweise mitgebracht, weil er zufällig auf dem Rückweg aus dem Urlaub genau beim Verkäufer vorbei kam. Danke nochmal dafür 🙂

Den Umbau habe ich nicht dokumentiert, aber wenn man hier mit dem nötigen Schrauber-Basis-Know-How ausgestattet ist, dann ergibt sich das meiste von selbst. Ich schildere aber ein paar Hürden, die ich zu bewältigen hatte und die den Umbau doch recht unbequem gemacht haben.

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Das ist die Umlenkeinheit für die Handbremsseile. Die muss man losschrauben, dann kann man die Seile aushängen. Vorher ist das Seil welches vom Handbremshebel kommt auszuhängen.

Ein Problem hat sich durch diese Körbchen ergeben, die verhindern dass das Seil nach hinten aus der Umlenkeinheit rausrutscht. Beim entfernen sind sie leider kaputt gegangen, und die gibts beim Sprinter nicht einzeln. Theoretisch muss man die Seile neu kaufen.

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Gut dass ich einen pfiffigen Teileverkäufer hatte, denn er wusste, dass es sie bei der E-Klasse einzeln gibt. Dazu muss man im Teileprogramm einfach Modell 210, Baumuster beispielsweise 006 eingeben. Und schon kann man den Artikel aufrufen.

Blöd ist nur, dass die Körbchen beim Aufstecken gleich wieder kaputt gegangen sind. Ich hab sie trotzdem drüber gesteckt, hat trotzdem geklappt. Theoretisch hätte ich sie eigentlich beim Ausbauen irgendwie zusammendrücken müssen…

Die Federbrieden waren noch eine Hürde, ich hab einfach vergessen sie vorher einzusprühen. Üblicherweise zerschneidet man sie und kauft neue, die sind nicht sehr teuer.

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Ich hab meine aber mit einigen Hammerschlägen raus bekommen, entrostet und mit Fett wieder eingesetzt.

So, dann das größte Problem: die ABS-Sensoren. Die sind mit einer Art Körbchen aus Kupfer eingesetzt, einfach nur in die Achse reingesteckt. Im Mercedes-Programm für Arbeitsanweisungen steht, dass man sie „herausziehen“ soll.

Haha.

Am Donnerstag habe ich den ganzen Tag an dem Ausbau gesessen. Den halben Tag hab ich die Achse ausgebaut und alles sauber gemacht, die andere Hälfte des Tages hab ich für EINEN ABS-Geber benötigt, weil diese eingesteckte Kupferkörbchenkonstruktion total festgegammelt war. Ich hab beim Ausbauen des Gebers leider auch noch den Geber-Ring an der Achse ein wenig eingebeult, ich hoffe nicht dass das was geschadet hat. Ein Probelauf am der Diagnose-Tester steht noch aus.

Die Bremse funktioniert aber nach wie vor normal und zuverlässig. Aber wenn ich Euch einen Tipp geben darf: Wenn ihr eine Achse tauschen wollt, schaut dass sie schon Geber drin hat, schneidet die Kabel durch und verbindet sie mit dem Kabelbaum am Auto.

Ansonsten war der Umbau erfolgreich, da ich die Bremssättel gelassen habe, hatte ich mit Entlüften der Bremse auch nichts zu tun.

Achja, noch ein Problem war die Sperre. Sobald der Schlauch gelöst war, lief die Bremsflüssigkeit heraus, durch die das System betrieben wird. Ich habe keine Lösung gefunden, und deswegen den Schlauch bis ganz zum Schluss drauf gelassen. Dann mit dem Gabelstapler drunter, Federbrieden gelöst, Anne zum Einweisen gerufen. Und dann innerhalb von ein paar Minuten den Schlauch an der Sperre los und in eine Dose gehangen, Achse rausgefahren, neue Achse drunter gehoben und gleich den Schlauch wieder angeschlossen. Das ging einigermassen.

Die ausgerechneten 117 bei 110 Tachoanzeige stimmen übrigens exakt! Und damit genug zur Achse und weiter im Text.

Original ist beim James Cook aus den Baujahren wie unserer ein 22mm starker Stabilisator verbaut. Das ist zu wenig!

Auf dem Weg zum SAT hat uns bei ca. 110 kmh eine seitliche Windböe derart erfasst, dass ich Schwierigkeiten hatte, den Sprinter wieder einzufangen. Das musste nicht nicht noch einmal haben, und so habe ich beim Wechseln der Achse gleich einen neuen, verstärkten Stabilisator gekauft.

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Der hat nun 27mm, und eigentlich muss man sonst ausser der Gummis, mit der der Stabi an der Hinterachse befestigt ist, nichts weiter kaufen. Damit ist man mit 93 EUR plus Steuer und noch ein paar EUR für die Gummis dabei.

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Ich habe die Klammern aber auch neu gekauft. Noch ein paar Euro, aber wie man sehen kann, sind die Bügel bei den neuen Klammern (oben Mitte) verstärkt. Sicherheitshalber hab ich die dann auch noch zu genommen.

Ausserdem braucht man noch die Buchsen am Ende des Stabis, die sind leider nicht drin. Und das Einpressen ist mit einer Hand garnicht mal so einfach, mit ein wenig Spüli und einem Schraubstock flutscht es dann aber. 🙂

In Summe waren es dann ca. 150 EUR.

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Das Ergebnis ist nicht überragend aber deutlich spürbar, denn die Seitenstabilität hat um einiges zugenommen, und nun fühlen wir uns sicher. Ein Mehrwert den sich jeder James Cook Besitzer leisten sollte, und die Montage ist denkbar einfach.

Das wars dann mal wieder von der JC-Front, wir sind nun erstmal für eine Woche im Urlaub und nutzen die vielleicht letzten warmen Sonnenstrahlen 🙂

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