Druckluftkessel aufbereiten

Wie ich bereits geschrieben hatte, passten die schönen neuen Alu-Kessel leider nicht, das war super ärgerlich! Da ich aber sowieso mal so langsam aufs Geld schauen muss, hatte ich mich ja entschlossen, die Kessel selbst von innen zu entrosten, die Frage war nur, wie.

Ein Anruf bei Herrn Schucht vom Korrosionsschutz-Depot hat meine theoretischen Überlegungen bestätigt: Das teure Tankversiegelungs-Set brauche ich nicht, es reicht, die Kessel von innen ordentlich zu entrosten und zu säubern. Schliesslich kommt kein Kraftstoff hinein, und im Idealfall auch kein Wasser.

Dann wollte einen guten Schluck Owatrol durchzuschwenken. Möglichst so dass ich den ganzen Tank von innen damit versiegelt bekomme. Das muss dann ein paar Tage ablüften, und Herr Schucht sagte mir noch dazu, dass ich dabei schauen muss, dass sich im Inneren keine Pfützen bilden.

Als nächstes wollte ich dann Brantho Korrux 3in1 in den Kessel laufen lassen, auch das hat mir Herr Schucht bestätigt. Dazu gab es noch die Empfehlung, die Farbe mit 20% Verdünnung zu versehen, damit die Schicht im Kessel nicht zu dick wird und die Farbe wieder gut abfliessen kann.

Zur Entrostung von innen wäre das Durchschütteln mit scharfen Spax-Schrauben oder Glasscherben ideal, alternativ kann man auch scharfkantigen Schotter nehmen.

Gut, nun konnte es also losgehen.

Ein Anruf bei der örtlichen Boels-Filiale ergab, dass eine Zementmischmaschine 16 EUR am Tag kostet, die Miete von Fr. 15 Uhr bis Mo 10 Uhr zählt auch als ein Tag. Das fand ich in Ordnung, und so haben wir gestern mit Pascals Transit den Mischer abgeholt und zur Halle gebracht.

Weiterhin habe ich noch das Altglas in Pascals WG geplündert. Wir haben selbst leider selten Altglas rumstehen, weil ich bei den Gassirunden mit Happy direkt an einem Glascontainer vorbei komme. Pascals Mitbewohner hat etwas verwirrt geschaut, meinte aber, ich könnte ab nun jede Woche kommen.

Ja nee, so ja nich!

Einige Hammerschläge später ergab sich nun folgendes Bild:

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Wie man leicht erkennen kann, sind die Splitter zu groß, weiteres draufrumschlagen hat auch nicht viel gebracht. Und jede Scherbe einzeln wollte ich mir nun auch nicht vornehmen. Für einen Benzintank ist das Format ideal, in die 22mm Öffnung an den Kesseln bekomme ich das Zeug nicht rein. Das zerschlagen habe ich übrigens in einem Eimer gemacht, mit einem übergelegten Handtuch.

Ich hatte schon den Autoschlüssel in der Hand und wollte im Baumarkt 20mm Holzschrauben kaufen, um sie in den Kessel zu kippen, als mir in den Sinn kam, dass ich ja noch eine Wanne mit Schotter hatte.

Nach ein wenig Überlegen und Probieren ergab sich folgendes Bild (nicht lachen!):

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Mit dem Edelstahlblech habe ich den ganzen feinen Staub rausgesiebt, der ist wieder in der grauen Wanne rechts im Bild gelandet. Weil die großen Schotterstücke aber nicht durch die Öffnung im Kessel passen, habe ich mit der blauen Wanne oben links nochmal gesiebt. Was da durchgegangen ist, passte auch in den Kessel und ist links in der durchsichtigen Kiste gelandet.

Doll, was? Die Nummer hat mich über ne Stunde gekostet, alleine bis ich mal was passendes zum durchsieben gefunden hatte…

So, nun noch einen Trichter abflexen und dann den Schotter einfüllen. Den dann auf den Mischer geschnallt und ab gings.

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Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt.

Nach einer guten halben Stunde habe ich den Kessel um 180Grad um die Längsachse gedreht und nochmal eine runde fahren lassen.

Der Schotter, der dann wieder aus dem Kessel rausgerieselt kam, sah so aus:

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Leider ist sehr viel Staub im Inneren geblieben, und ich habe recht lange damit zugebracht, diesen herauszubekommen. Von massig Druckluft über Bremsenreiniger hat alles ein wenig geholfen, aber eben nur ein wenig.

Am Ende wusste ich mir nicht anders zu helfen, als den Kessel mit Wasser durchzuspülen. Ich fand es nicht so dramatisch, leichten Flugrost vom Wasser drin zu haben, als jede Menge Schotter-Farb-Rost-Puder an den Innenwänden.

Die Farbe des ablaufenden Wassers gab mir Recht, und direkt nach dem ausführlichen durchspülen gings auf die Heizung. das Wasser muss da ja nicht länger drin stehen als nötig.

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So, nun der Tag der Wahrheit, wie sehen die Kessel von innen aus?

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Das Wasser ist noch nicht ganz raus.

Tja, ich hatte nicht erwartet dass das Ergebnis blitzeblank ist, ich denke dafür war der Schotter nicht der richtige, und er war auch nicht lange genug drin. Aber irgendwie Finde ich das Ergebnis trotzdem ein wenig frustrierend, so wie es aussieht, hat sich nicht besonders viel gebessert.

Der zweite Kessel, den ich heute noch geschafft habe, sieht auch nicht sooo überzeugend aus, und daher frage ich mich nun, was ich jetzt machen soll. Weitermachen und den Rostschutz reinlaufen lassen? Oder doch neue Kessel kaufen?

Dann kommt aber die lästige Aufgabe, die Halter von den alten Kessel abzuflexen und an die neuen dran zuschweissen. Und zwar so dass es passt.

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Und ganz Nebenbei sind das wieder mal über 300 EUR für alle 4 Kessel. Diese Aktion hier wird mich am Ende aber noch nicht mal 40 EUR gekostet haben. Und wenn der Lufttrockner gescheit funktioniert, muss ich nicht mal Sorgen haben, dass es wieder anfängt zu rosten.

Aber ob das auch nur halbwegs gescheit wird, wenn ich da nun das Owatrol rein kippe? Ich weiss nicht…

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