Ecas-Einbau: Aufbocken und gründliche Sichtung

Nun ist es so weit, es geht am Bus weiter, und damit ich demnächst leichter in die Halle rein und rausfahren kann, kommt nun das Luftfederungs-Steuersystem zum Einbau. Das ganze ist vom Hersteller Wabco und nennt sich „Ecas“.

Wo das überall drin ist, sieht man schon wenn man sich mal ein wenig die Nutzfahrzeugwelt anschaut. An der Haltestelle senkt sich der Linienbus seitlich ab, das ist die Kneeling-Funktion. Zur Aufnahme einer Wechselbrücke senkt man den LKW hinten ab, damit er drunter fahren kann, oder man stellt ihn auf die richtige Höhe, um an die Laderampe zu fahren.

Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber ich wette einfach mal, dass das Ecas sehr selten dazu eingesetzt wird, um einen Wohnbus auf einem Stellplatz halbwegs in die Waage bringen zu können 🙂

Um das zu nutzen, müssen eigentlich nur die Luftbälge dicht sein, denn wenn man die Zündung ausmacht, werden sämtliche Ventile in Ruhestellung gebracht und es kann keine Luft entweichen. Das sollte hinzubekommen sein.

Erstmal muss der Bus aber aufgebockt werden, damit ich gescheit unten dran komme. In diesem Zug werde ich gleich noch einige weitere Arbeiten am Unterboden durchführen, vornehmlich wird aber das Ecas seinen Einzug halten.

Meinen Druckluft-Wagenheber habe ich übrigens wieder verkauft, das Ding hat zwar super funktioniert, jedoch war mir der Hub bei einem Pumpvorgang mit knapp 100mm deutlich zu wenig. Man musste ständig mit Holzbrettchen hantieren, und immer links und rechts abwechseln. Das war nichts.

Statt dessen habe ich gescheite Teleskop Wagenheber gekauft und setze nun davon zwei gleichzeitig an. Damit geht das super, und man spart sich beim doch langwierigen Pumpen gleich noch das Fitness-Center.

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Die Reifen schweben nun ca. 25cm über dem Boden, der Stand ist dennoch sicher weil ich vorne wie hinten jeweils 2 Bundeswehr-Stützen von exakt gleicher Höhe verwendet habe.

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Ausserdem stehen die Stützen unter den Achsen, so dass sich die Federung ganz normal heben und absenken läßt, als wenn der Bus auf dem Hallenboden stehen würde.

Das habe ich dann auch erstmal gemacht, hier ist der Federbalg voll aufgepumpt:

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…und hier ganz abgesenkt:

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Die erste Ernüchterung kam bereits beim Aufpumpen. An der von Mercedes vorgegebenen Meßstelle waren 12cm Abstand zwischen Achsrohr und Rahmen vorgegeben, Vetter hat hier bereits auf 14,5cm erhöht. Ich vermute wegen dem verlängertem Heck. Ganz aufgepumpt bin ich nur auf ca. 20cm gekommen, somit gewinne ich 5,5cm im Vergleich zum Fahr-Niveau. Aber für die Halleneinfahrt wird es reichen.

Das ist der Ventilblock für die Hinterachse:

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Unten einmal Luftzufuhr, einmal Hinterachse links, einmal rechts. Oben links der Steueranschluss, der Anschluss ganz links mit der 3 ist für die Abluft und sollte mit einem Schalldämpfer versehen werden. Und rechts ist hier eine Schraube drauf, daran wird aber bei mir der zweite Ventilblock angeschlossen:

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Da die meisten Fahrzeuge nur hinten eine Luftfederung haben, ist dieser Ventilblock ist sehr selten, und stammt in diesem Fall von einem Actros, Sven hatte ihn netterweise im Internet gefunden.

Das sind die Geber. Hier wird mit einer Hebelstange, die ich noch kaufen muss, der Abstand zwischen Achse und Rahmen an die Elektronik weitergegeben.

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An die Hinterachse kommen zwei solcher Geber, an die Vorderachse nur einer. Ob ich mit der Hinterachse dann noch links/rechts unterschiedlich steuern kann, muss man sehen. Das wäre natürlich der Hammer 🙂

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Das ist die Stange die das alte Ventil betätigt, hier an der Vorderachse. Unten ist die Achse, oben der Hebel, hinten das Ventil.

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Hier das Ventil an der Hinterachse. Der Kunststoffschlauch ist von der von Vetter nachgerüsteten Absenkanlage. Den werde ich direkt an den Ecas Ventilblock anschliessen und zum befüllen verwenden, das alte Ventil wird dann demontiert, und gegen die neuen Geber getauscht, und darüber hinaus die alten Messingleitungen totlgelegt.

Und hier soll das ganze sitzen, genau an der Stelle wo das Ventil zum Absenken montiert ist.

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Hier kommen nämlich die 4 nachgerüsteten Leitungen raus, da muss ich quasi garnichts verlegen. Nur ein 4-adriges Kabel nach hinten zu den beiden elektrischen Gebern.

Sieht erstmal alles recht einfach aus, aber speziell der Anschluss und die Platzierung des Steuergerätes macht mir noch ein wenig Sorgen. Aber erstmal kommt nun der ganze Kram an Ort und Stelle, dann schauen wir weiter.

Und nun geh ich erstmal einen Korb voller Anschlüsse shoppen 🙂

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