Neues Familienmitglied

Eigentlich hatten wir zwischen Weihnachten und Sylvester irgendwas großes vor. Eine Reise nach Paris, London oder Rom zum Beispiel. Letztenendes hat sich aber alles zerschlagen.

In Paris findet man zu Sylvester mehr Randalierer als Einheimische, diese verlassen wohl zum Jahreswechsel vorzugsweise die Stadt. London ist meist kalt und grau und Sylvester veranstaltet man mehr für die Touristen, so die Infos von unserem Bekannten Björn, der seit einiger Zeit dort wohnt. Und Rom, naja gut, ich weiss nicht ob Italien so mein Fall ist. Die Italiener sollen ja ein sehr sehr nettes und aufgeschlossenes Völkchen sein – bis sie ins Auto steigen!

Durch einen Zufall bekamen wir das Angebot von unserem Nachbar und Chor-Kollegen Friedel, mit ihm und seiner Freundin irgendwo im Niemandsland hinter Dresden in einer von Ihnen gemieteten Ferienwohnung den Jahreswechsel zu verbringen. Wir mögen die beiden und waren spontan einverstanden, das war genau die Mischung aus Ruhe und Geselligkeit wie wir uns das vorstellten.

Im Nu haben wir eine grobe Reiseroute beginnend mit Weihnachten zusammen gesponnen, die in den nächsten Tagen immer mehr Form angenommen hat. Köln, Bremen, Hamburg, Berlin, Dresden, alles in je 1-2 Tagen pro Stadt. Wir sind nicht so die Sightseeing-Fans und so reicht uns das auch völlig aus.

Vor ein Problem stellten uns aber nun die Übernachtungmöglichkeiten. Hotels sind kaum unter 120 EUR pro Nacht zu bekommen, und auch die benachbarte FeWo bei Friedel und Diana war schon belegt.

Und als wenn wir ihn gerufen hätten, kam der „James“ um die Ecke, anders kann man es nicht nennen, und seit gestern steht er in unserer Halle:

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Die Vorgeschichte ist kurz erzählt: Er stand in einem Forum zum Verkauf, mit Motorschaden, aber sonst in hervorragendem Zustand. Mich hat er zunächst wenig interessiert, aber für Sven war er interessant, denn er hatte noch einen passenden und vor allem nagelneuen Motor liegen. Und ausserdem stand der Wagen bei ihm in der Nähe. Kurzerhand hat er ihn gekauft, was er so gesehen hat, hat er repariert, und vor allem eben den neuen Motor eingebaut.

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Nachdem wir dann mit den Hotelbetten hin und her gerechnet haben, haben wir uns dazu entschlossen, zuzuschlagen, wir sind uns mit Sven problemlos einig geworden und wie schon gesagt, gestern haben wir ihn abgeholt.

Und endlich darf Anne auch mal wieder Wohnmobil fahren, seit wir den 508 abgegeben haben konnte sie das nicht mehr. Ihr Führerschein reicht ja nur bis 3,5 to.

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Heute war ich erst zur Gasprüfung und dann beim Tüv für die H-Zulassung, denn der kleine ist von Mai 1980 und somit dieses Jahr 30 geworden. Der Tüv hatte auch keinerlei Einwände, nur einen undichten Bremskraftregler an der Hinterachse muss ich noch tauschen. Der ist schon bestellt und kommt morgen früh, für 65 EUR ist das ok. Ein Bekannter hat noch Winterreifen liegen, die werden wir uns auch holen.

Und auch sonst habe ich mir auf er Rückfahrt schon eine ganze Reihe Dinge aufgeschrieben die wir noch machen wollen. Etwas schickere Polsterbezüge sollen es noch sein, eine Standheizung aus dem Lager will ich zur Motorvorwärmung einbauen, und eine Matratze für das „Dachgeschoss“ müssen wir noch anfertigen (lassen).

So, das soll fürs erste mal reichen. Wir sind nun also erstmal wieder einigermassen komfortabel mobil, der Bus soll in der Zwischenzeit weiter wachsen und gedeihen. Lange Urlaube sind erstmal nicht geplant, aber ihn im Frühjahr wieder abzugeben, vielleicht sogar mit ein wenig Gewinn wegen der H-Zulassung, den Plan haben wir zumindest auch erstmal auf Eis gelegt.

Denn die Rückfahrt hat schon gereicht, dass uns der kleine schon ein wenig ans Herz gewachsen ist 🙂

Und hier noch ein paar Eckdaten:

  • Original James Cook
  • Basis Mercedes 207 mit 72PS
  • Baujahr 05/1980
  • neuer Lack
  • neuer Motor
  • Inneneinrichtung gebraucht aber in gutem Zustand
  • Große Reifen, 215R14
  • Sicherheitsgurte vorne
  • mittellange Übersetzung, 115km/h Spitze
  • Kühlschrank erneuert
  • Truma E Gasheizung
  • eine 5kg Flasche im Heck, Gastank hatte der nicht
  • Dachbox (fliegt runter)
  • Fahrradträger und Leiter

Innenraumfotos reiche ich nach, auch die Arbeiten an unserem „James“ wollen wir in diesem Blog beschreiben. Viel wird es nicht unbedingt werden, aber ich will es Euch auch nicht vorenthalten, und (noch) einen separaten Blog will ich dafür nicht einrichten. Was wir noch so vorhaben, und vor allem, wie es nun mit dem Bus weitergeht, demnächst hier im Blog.

Tja, wie war das? Der Trend geht zum Zweit-Womo!

😀

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