Das Wohnbus-Treffen in Kapellen-Drusweiler

Dieses Wochenende waren wir in der Pfalz. Wir sind am Donnerstag morgen schon losgefahren und haben mal wieder einen sehr netten Zwischenstop in Kirchheimbolanden bei der Familie gemacht. Dann gings weiter nach Landau, in der Nacht haben wir dann bei Sven gestanden und konnten dort an den Strom.

Wir sind leider alles andere als Autark und zumindest für Ladegeräte, Kühlschrank, Heisswasser und wenns schattig wird auch eine elektrische Heizung brauchen wir Strom.

Und es wurde schattig!

Nach den Wetterberichten Anfang der Woche hatte ich gehofft, dass die Temperaturen nicht aus dem zweistelligen rausgehen, heute bin ich froh dass es nicht gefroren hat. Wir haben alles mit Decken verhangen und uns entschlossen, ab dieser Woche Vollgas mit der Isolation weiterzumachen. Wenns beim SAT Anfang Oktober auch so Kalt wird, macht das wenig Spass.

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Dieses Jahr wurden die Busse im Halbkreis aufgestellt, das war mal was anderes.

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Die Tische ebenso, in einem inneren Kreis, auch ganz nett. Mehr als hier auf dem Foto sind aber nicht zusammen gekommen.

Abends sind wir zum Landfrauenverein gegangen, es war ja Weinfest, und neben unserer Gruppe war noch ein Fussballclub vom Bodensee anwesend. Die haben bereits den Nachmittag durchgezecht und hatten ausgesprochen gute Laune. Sogar so gut, dass wir die Musik teilweise nicht mehr hören konnten und sich der Alleinunterhalter auf die Gruppe eingestellt hat und mit ihnen mitgesungen hat.

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Organisator Jörg hat sich kurzerhand den Frank geschnappt und für gute Laune gesorgt 🙂

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Danach ging es aber wieder mehr zu einer netten Unterhaltung als zu einer ausgelassenen Feier über. Zumindest mir hats nicht so wirklich gefallen, vielleicht werde ich aber auch langsam zu alt für sowas. Oder ich hatte einfach nicht genug getrunken…

Wir hätten uns gerne auch auf dem Platz an die von Jörg herangeschafften Feuerholzbalken geschnitten. Ich glaub Schwedisches Feuer oder Finnisches Feuer nennt man die Stämme, die im Kreuz eingeschnitten werden und dann von oben nach unten runterbrennen. Schön eigentlich. Aber für einstellige Temperaturen hatten wir einfach keine passenden Jacken bei, und so haben wir uns dann relativ früh zurück gezogen.

Am letzten Tag dann noch zwei unangenehme Ereignisse: Im Festzelt hatte ich eine verbale Auseinandersetzung mit einem ca. 60jährigen Gast, der es frech von mir fand, dass ich auf die Speisekarte geschaut hatte, die bei ihm am Platz gelegen hat. Wohlbemerkt, ein A4-Zettel in einer Schutzfolie, mehr war das nicht. Als er mich dann, sogar auf nachfragen nochmals, als Arschloch beschimpfte und mich im vorbeigehen boxte, musste ich mich mal so wirklich in Selbstbeherrschung üben. Seine Frau versuchte ihn zu beruhigen, und ich habe mich schliesslich an sie gewandt, und sie gefragt, ob er vielleicht etwas zuviel getrunken hat. Sie nickte nur, ich hab ihr einmal meine Hand auf die Schulter und sie auch angenickt, mit einem möglichst bemitleidenden Blick, und bin dann einfach gegangen. Hätte eh keinen Zweck gehabt.

Nachts um drei bin ich dann von lauter Musik harter Gangart wach geworden, die etwas später dann vorbei war. Kurz darauf kam ein PKW auf den Platz und hat gehupt. Ich war nicht schauen, entweder war es ein Abholer für einen Gast einer Hochzeitsgesellschaft in dem Gebäude nahe am Platz, oder es war die Polizei, die wegen der lauten Musik gerufen wurde.

Etwas später waren auch die wieder weg, ich hab aber trotzdem bis 5 Uhr wach gelegen. Um halb 8 wieder die laute Musik, dieses Mal bin ich aufgestanden und raus. Die Musik kam aus einem Auto auf dem Parkplatz welches wohl zur Hochzeitsgesellschaft gehörte. Ich habe angeklopft und den Insassen, geschätzt Mitte 20, durch das halb offene Fenster gefragt „könntest Du die Musik vielleicht etwas Leiser drehen?“

Der drehte langsam den Kopf zu mir, sagte garnichts, schaute langsam wieder nach vorne, bewegte sich und stieg in Zeitlupe aus. Der war offensichtlich total dicht, ob von Alkohol oder Drogen konnte ich nicht sagen. Er steigt also aus, baut sich vor mir auf (und geht mir gerade so bis zu den Schultern) und schaute mich an: „was willst du?“

Ich schaute auf ihn runter und dachte, jetzt krieg ich eine rein, denn der Dialekt ließ offenbar auf eine russische Abstammung schliessen. Und warum sollte er sonst ausgestiegen sein? Um ihn möglichst wenig zu provozieren habe ich die Hände hinter dem Rücken verschränkt, meine Stimme gedämpft und meine Bitte nochmal scheissenfreundlich wiederholt, mit der Anmerkung dass mich die Musik geweckt hat.

„Wohnst Du hier?“ war seine Rückfrage. „Ja, gerade da vorne in dem Bus.“ Pause…. „Ist OK, ich mache die Musik leiser.“

Puh.

Also, wer will mir mal noch was von Aggressivität in Großstädten erzählen? Mannmann….

Fazit: Das Weinfest in Kapellen war für uns dieses Mal irgendwie nicht so toll. Aber es war super, viele alte Bekannte mal wieder getroffen zu haben. Fürs nächste Jahr hoffen wir, zumindest mit einem halbwegs ausgebauten Bus weniger Wetterempfindlich zu sein. Und mit dickeren Jacken.

Noch zwei Panorama-Aufnahmen:

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Eine Antwort auf Das Wohnbus-Treffen in Kapellen-Drusweiler

  1. Marco sagt:

    Interessante Art, einen Haufen nicht gerade kleiner Fahrzeuge aufzustellen – die Panoramafotos sind da echt cool.
    Aber zur hiesigen Jahreszeit solltet ihr wirklich dämmen … oder in Winterklamotten pennen 😉