Mal wieder neues Werkzeug

In der Sommerzeit macht sich mal wieder ein wenig Motivationslosigkeit breit. Naja eigentlich eher im Büro. Ich habe jedes Jahr um diese Zeit ein Projekt auf dem Schreibtisch, was zwar gutes Geld bringt aber extrem lästig ist. Trotzdem bin ich dann immerhin so konsequent dass ich nicht zum Bus gehe solange das nicht fertig ist. Aber dann mach ich eben doch andere Sachen am Schreibtisch als eben dieses Projekt.

Ein scheiss Teufelskreis. Und den Bus habe ich deswegen seit dem letzten Treffen nicht mehr angerührt. Gut, zwischendurch haben wir bei Annes Papa noch die neue Küche aufgebaut. Das hat eine Woche Zeit gekostet, und die ist leider auch noch nicht ganz fertig, aber da machen wir nun auch erst im August weiter. Und ich hab wieder eine Menge gelernt, das ist auch was.

Vor allem aber konnte ich meine neue Säge ausprobieren!

DSC00183.JPG

Dieses Schätzchen befindet sich seit Pfingsten in meinem Besitz und kann echt eine Menge. Kein Vergleich zu einer Formatsäge, aber für meinen Einsatzbereich sowas von ausreichend, da gibts nichts dran zu meckern. Und für den Fall dass ich doch mal eine Handkreissäge brauche, ist die Säge demontierbar und mit der Mitgelieferten Führungsschiene einzusetzen.

Die Säge ist eine Festool TS55 Tauchsäge und das mitgelieferte Sägeblatt erlaubt echt saubere Schnitte. Für die Schiene habe ich mir mittlerweile auch Zwingen und einen Rückschlagstop angeschafft, nun bin ich eigentlich echt komplett. Mit dem Ding werde ich wirklich den gesamten Bus bauen können.

Ebenfalls neu in meinem Werkzeugpark sind zwei weitere Wagenheber:

DSC00189.JPG

Für nur 22 EUR habe ich diesen alten 10 Tonnen Weber-Hydraulik Buswagenheber erstanden, der teleskopartig zwei Stempel ausfahren kann und damit eine Hubhöhe von ziemlich genau 20cm ermöglicht. Die Stange wird ausserdem seitlich bewegt, also nicht wie bei normalen Wagenhebern von oben nach unten.

Der Kopf ist allerdings nicht ausdrehbar. Ausserdem drückt sich Öl oben raus. Ein Anruf bei Weber ergab, dass dieses gute Stück knappe 40 Jahre alt ist, und anscheinend gibt es immer noch Dichtungssätze! Ich warte noch auf einen Rückruf, nachdem ich erstmal Bilder hingeschickt habe.

DSC00184.JPG

Für etwas über 100 EUR habe ich diesen pneumatisch-hydraulischen Rangierwagenheber bekommen. China-Schrott, ich weiss, aber für einen Versuch war es mir das wert. Die Pumperei unter dem Bus ist eine Quälerei, und hiervon erhoffte ich mir eine deutliche Arbeitserleichterung.

Die Erleichterung hielt sich aber in Grenzen. Maaaan, was ist das für eine Quälerei wenn man keine Grube hat!

DSC00185.JPG

Auf diesem Bild habe ich den Bus schon gute 30cm angehoben, und dafür dreimal neu ansetzen müssen. Und unter dem Bus den Wagenheber auf den Bretterstapel wuchten müssen.

Also, wie gesagt war ich gerade so 30cm hoch gekommen und habe intuitiv doch mal hinten unter den Bus geschaut, – und ganz schnell den gerade vor sich hin pumpenden Wagenheber ausgestellt:

DSC00187.JPG

In der Mitte unter der Traverse noch ein paar mm Luft.

DSC00188.JPG

Hier besser zu sehen. Direkt dahinter kommt die Ölwanne, und die will ich auf keinen Fall riskieren. Das beste wäre es, wenn der Bus noch ca. 60cm nach hinten gefahren werden würde, dann würde er mit dieser blöden Montageplatte auf dem Boden garnicht erst in Berührung kommen. Allerdings würde dann auch die Motorhaube nicht mehr aufgehen…

Trotzdem werde ich es so besser machen, und so habe ich den Bus wieder von den Stützen runter gehoben. Ist besser so, denn ich bin trotzdem nur im Liegen an den Luftbehälter gekommen, den ich gegen den Druckregler austauschen will. Und um gescheit arbeiten zu können würde ich mich zumindest gerne halbwegs druntersetzen können.

Nun steht der Bus also wieder auf den Rädern. Mal schauen, vielleicht starte ich die Tage einen neuen Versuch.

Dieser Beitrag wurde unter Werkstatt abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Mal wieder neues Werkzeug

  1. Bjoern sagt:

    Ich persoenlich bevorzuge eine Handkreissaege mit Fuehrungsschiene (ebendiese TS55), die ist vor allem bei grossen Werkstuecken viel leichter handzuhaben und auch sonst flexibler. Als Ergaenzung vielleicht noch eine einfache Kappsaege fuer Leisten und Profile.

    Zum Aufbockproblem: fahr den Bus auf stufenartig angelegte Bohlenbretter… Vielleicht nur hinten damit Du mehr Platz bekommst. Und Luftfederung auffuellen, vorn aushaengen und per Hand hoeher stellen. Bringt gut 15cm, nicht uebertreiben. Dann mit zwei Wagenhebern nur den Aufbau anheben. Die Boecke kannst Du unter fast jedes Vertikalprofil stellen, vor allem vorn.

  2. Martin sagt:

    Ich muss zugeben dass ich Schiss habe, mich unter den Bus zu legen und dann am Regelventil für die Federung rumzustellen…
    Aber auf die Idee, den Bus auf Bretter zu fahren bin ich nicht gekommen. Dann kann man es evtl. auch wagen sich drunter zu legen.
    Wie hoch macht man den Bus mit den Federn? Bis die Dämpfer vollständig gestreckt sind?

  3. Oliver sagt:

    Hi Martin!
    Hallo Bjoern!

    NIE NIE NIE unter einem Fahrzeug arbeiten, wenn man nicht ausreichend Platz hat, auch wenn die Luftfederung absackt! 10t auf der Brust machen sich nicht wirklich gut. Wenn man schon unter dem Fahrzeug arbeiten will und dazu die Luftfederung mit benutzt, dann stets an markanten Stellen Stützen unterstellen oder ausreichend dicke Holzbohlen unterlegen, die die Karosse direkt auffangen.

    Wer schon mal erlebt hat, wie schnell sich eine Schweißperle in eine Druckluftleitung gebrannt hat, weiß, wovon ich rede.

    Das mit dem Hochfahren auf Bohlen geht wohl, braucht aber eine Menge Bretter und sehr viel Fingerspitzengefühl. Denn wenn man mal 30cm hochgefahren ist und dann von oben herunter kracht… Ich würde die Methode mit dem Wagenheber bevorzugen, Stück für Stück hochpumpen und immer wieder unterbauen. Ach ja, man kann die Bretter, die Du unter den Wagenheber gelegt hast, natürlich auch zwischen Wagenheber und Karosse setzen! Dann sparst Du Dir das Hochwuchten des schweren Wagenhebers!

    Da hast Du ja richtig Geld ausgegeben für eine Festosäge! Wenn Du Dich erinnerst, wie meine Wandverkleidung gemacht ist… Die Hölzer sind auf Stoß gesetzt. Die Schnitte habe ich alle mit einer Festotauchsäge und einer langen Schiene gemacht. Einwandfrei! Wenn es dann ans Möbelbauen geht, wirst Du Dich allerdings auch noch nach anderen Werkzeugen wie Oberfräse, Abrichte oder Bandschleifmaschine sehnen…

    Viele Grüße
    Oliver

  4. Martin sagt:

    Hi Oli,
    Das Holz kann ich nicht oben auf den Wagenheber packen, das wäre vieeeel zu wackelig. Ich kann das nirgedwo gescheit auflegen – ich muss den Bus ja an der Achse hochheben.

    Werkzeug: Oberfräse habe ich auch, sowie einen mittlerweile anständigen Maschinenpark. Bandschleifer und Abrichte habe ich aber bisher noch nicht als Notwendig angesehen – aber wir werden sehen. Zur Not hat Papa ne Abrichte 🙂

  5. Oliver sagt:

    Hi Martin,

    ach ja, so ein flacher Wagenheber, wie Du ihn ersteigert hast, kann ganz praktisch sein, wenn Du einen Platten hast und mit dem normalen nicht unter die Achse kommst!

    Viele Grüße
    Oliver

  6. Martin sagt:

    Jau, aber man kann sich auch anders behelfen: mit einem Auffahrkeil. Selbst bei den neuen Reisebussen die ich fahre gehören solche Keile zum Bordwerkzeug. Also den Platten Reifen erst da drauffahren, dann kannst du den Wagenheber drunter stellen.

    Der Wagenheber den ich gekauft habe ist da sicherlich hilfreich, nur soo flach ist der auch nicht und vor allem muss ich ihn nun erstmal dicht bekommen.

  7. Björn sagt:

    @Oliver:

    erst warnst Du davor, sich unter einen Bus zu legen, der nicht vernünftig abgestützt ist, wobei ich Dir natürlich vollkommen Recht gebe. Natürlich muß nach dem Hochstellen der Luftfederung die Karosse abgestützt werden, ist ja logisch. Und natürlich soll der Bus nicht 30cm hoch auf Bohlen gefahren werden. Es ging hier mehr darum, am Heck mehr Bodenfreiheit zu bekommen.
    Aber: Holz zwischen Wagenheber und Karosse kann mindestens so lebensbedrohend sein wie ein Schweißpickel auf einer Luftleitung (wobei bei diesem Bus keine Plastikleitungen verbaut sein dürften und selbst wenn die Luft nur langsam entweichen würde): das Holz kann dank der winzigen Auflagefläche am Wagenheber (4cm im Durchmesser etwa) schlagartig wegplatzen und den Bus in Schieflage geraten lassen oder der Wagenheber kann kanz wegkippen. Besonders unangenehm beim Drunterliegen oder wenn der Bus beim Radwechsel auf die dann krumme Bremstrommel stürzt. Also: Holz IMMER UNTER DEN WAGENHEBER. Und immer Hartholz benutzen oder dicke Sperrholzplatten (z.B. Siebdruckplatten, in 15x15cm große Stücke geschnitten). NIEMALS Gehwegplatten oder Ziegelsteine, die sind so porös, daß sie definitiv platzen.

    @Martin:
    Die Stoßdämpfer begrenzen den Hub, ja, aber wenn Du die Luftfederung einfach nur aushängst und auf „füllen“ stehen läßt, riskierst Du abgerissene Stoßdämpfer und/oder abrutschende oder platzende Luftbälge. Also beim Füllen die Bälge beobachten. Spätestens wenn sie sich unten vom Abrollkolben komplett aberollt haben anhalten. Also Luftfederventil auf Nullstellung (Hebel waagerecht, die von MB verwendeten Bosch-Ventile rasten in der Mittelstellung ein). Und natürlich die Böcke drunterstellen.

Kommentare sind geschlossen.