Erlebnisse, die man echt nicht braucht

Solche gibts zur Genüge, am Samstag hatte ich auch so eines, dies wird also ein echter „Ach-Du-Scheisse!“-Beitrag…

Neben meiner Fläche wo der Bus steht, habe ich noch ein Lagerraum, in dem ich unsere gesamten Ausbaumaterialen sammle. Als ich ein weiteres Lager in Herten räumen musste, habe ich auf Grund der mehr als ausreichenden Deckenhöhe einen Zwischenboden eingezogen und im „ersten Stock“ noch weitere Regale aufgebaut sowie eine kleine Elektronikwerkstatt eingerichtet.

Etwa 70cm unter der Decke hängt und endet ein Rohr einer alten Heizungsanlage, welche gerade aufwändig abgebaut wurde während ich hier vor knapp zwei Jahren eingezogen bin. Das Ende des Rohres befindet sich mitten im Raum und ist an einem Draht aufgehängt, und seit Ewigkeiten will ich es eigentlich mauerbündig abschneiden, weil es mir echt im Weg ist.

Heute habe ich kurzerhand die Flex genommen, und Hallenkollege Wolle gebeten, mir eben mit zur Hand zu gehen.

Brille auf, Stöpsel in die Ohren, Flexmaschine marsch, es konnte losgehen.

Ihr ahnt schon, was kommt, hm?

Genau, unten am Rohr mit der 1mm-Scheibe angesetzt, etwa 3 Sekunden geschnitten, und schon spritzte mit hohem Druck das Wasser raus. Ungewöhnlich hoch für Restwasser in einem Heizungsrohr.

Als ich das realisiert hatte, stand der Tisch schon unter Wasser, Wolle und ich waren pitschnass und das Wasser lief schon langsam über die Holzplatten ins Erdgeschoss.

Dann brach ich in Panik aus, völlige Hilflosigkeit gegen den nicht nachlassenden und übermächtigen Wasserdruck machte sich breit, und meine erste brauchbare Reaktion nach einigen Sekunden war „Eimer, schnell!“ und Wolle ist die Leiter runter. Ich habe mich schnell umgeschaut und was geeignetes zum Unterstellen gesucht, aber nicht gefunden.

Wieder einige Sekunden später habe ich begriffen dass ich hier oben überhaupt nichts tun konnte und bin ebenfalls die Leiter runter, mehr gerutscht und gesprungen als gestiegen, unten haben Denise und Oli mittlerweile mitbekommen dass etwas passiert war und eilten zu Hilfe.

Wolle kam mir mir einer großen weissen Plastikwanne entgegen, in der Denise und Oli Ihr Material sammelten, er hatte sie kurzerhand ausgekippt und ist damit wieder hoch, Oli ist ihm hinterher. Ich habe das Lager erstmal stromlos gemacht und bin dann die Leitung abgelaufen und habe einen Absperrhahn gesucht.

Relativ schnell habe ich dann gesehen dass ich mich im Leitungslauf vertan hatte und eine Frischwasserleitung angesägt habe, der Absperrhahn war im (verschlossenen) Keller, da kam ich so schnell nicht dran.

Also schnell wieder zurück, während des Laufens ist mit eine zumindest eine Notlösung eingefallen: Ich habe einen der ausgebauten Kühlerschläuche vom Bus aufgeschnitten und eine Handvoll stabiler Schlauchschellen dazu gegriffen. Werkzeug in die Hand, ab nach oben. Der Schlauch passte, die Schellen mussten ganz aufgeschraubt werden, mit dem Zuschrauben wurde der Wasserdruck dann auch langsam weniger.

DSC00049.JPG

Das Foto habe ich natürlich erst hinterher gemacht…

Ich bin dann wieder runter, nicht ohne eine oder zwei randvolle Wasserkisten zu entleeren, unglaublich wie schnell das Wasser läuft. Denise kam mir mit einer leeren Wasserkiste entgegen, die habe ich schnell hochbefördert und Denise nach vorne zu den Hausmeistern geschickt, sie mögen das Wasser abstellen.

Derweil bin ich dann nochmal die Leitung abgelaufen, und habe zumindest weiter vorne an der Leitung, an der der Waschschlauch hängt, diesen rausgelegt und das Wasser aufgedreht um den Druck von der Leitung zu nehmen.

Als ich wieder zurück war, hatte Oli mit passendem Werkzeug und zwei weiteren Schlauchschellen das Wasser komplett gestoppt, ausserdem haben sie eine Plastikfolie über die Gerätschaften gehängt, die unten standen, sehr gut!

Nun erstmal einen Überblick bekommen…

Tun konnte ich nun erstmal nichts, ausser so schnell wie es geht die Geräte und das Ausbaumaterial in Sicherheit zu bringen, was ich dann auch umgehend angefangen habe.

Kurz darauf kam Denise mit den Hausmeistern wieder – was wollen die hier?? Die sollen das Wasser abstellen! Mannmann… Nee, sie wissen nicht wo der Hahn ist, ausserdem hätten sie dann auch kein Wasser mehr, das wäre dann ja schlecht.

Achje, wie dramatisch… Los, wir gehen in den Keller, schnell bitte!

Nach einigen Minuten hatte ich den passenden Hahn gefunden, danke, bis später, ich muss wieder zurück, probiert bitte aus ob ihr noch Wasser habt…

Als ich zurück kam, sind Oli und Wolle gerade nach hause gefahren, eben trockene Klamotten anziehen, und ich habe mich weiter ans Ausräumen gemacht. Vorher habe ich noch Sebastian angerufen, ob er mir das Rohr wieder zuschweissen kann. Kann er, er macht sich auf den Weg.

Etwas später sah es dann in der Halle so aus:

DSC00047.JPG

Alles im nassen Bereich raus, irgendwie…

DSC00048.JPG

Rechts Herd, Kühlschrank, Spülmaschine, alles kein billiges Zeug, auch wenn ich es günstig erstanden habe.

DSC00040.JPG

So sah es dann aus, das hinterste Regal links hat das meiste abbekommen und ist leer, vor der Wand standen die ganzen Gerätschaften, die Leiter führt nach oben in den ersten Stock.

DSC00045.JPG

Der Boden ist schon wieder trocken gelegt, eine Heizung tut ihr bestes.

Übrigens, auch wenn die Wände nicht besonders trocken aussehen, der Raum ist recht trocken und zum Lagern gut geeignet. Man darf nicht vergessen dass die Halle 120 Jahre alt ist…

DSC00043.JPG

Das Obergeschoss, Anne war zwischenzeitlich angekommen und hat mit dem Heissluftfön die Übergänge der OSB-Platten getrocknet. Links oben das zwischenzeitlich von Sebastian schon geschweisste Rohr.

DSC00052.JPG

Blick in die andere Richtung, hier liegt auch sehr viel Zeug…

Norbert hatte vor ein paar Monaten eine Gas-Kanone mitgebracht, die hat in der Zwischenzeit unten ordentlich gebollert, den Raum aufgeheizt, und zwischendurch haben wir immer wieder die mit Feuchtigkeit beladene warme Luft durchs Fenster rausziehen lassen.

Das hat gewirkt, am selben Abend noch war schon eine deutliche Verbesserung zu sehen, am nächsten Nachmittag konnte ich wieder einräumen. Eine gewisse Restfeuchte muss ich nach und nach rausbringen, aber ich habe alles so reingestellt, dass die feuchten Wände noch weiterhin belüftet.

DSC00050.JPG

Der Arbeitsplatz ist schon wieder aufgebaut, von unten zieht immer noch die warme Luft an den Wänden vorbei. Rechts sieht man das Ende des Rohres.

Nun sitze ich heute hier mit einem bärigen Muskelkater, dass ich kaum meine Kaffeetasse heben kann. Unglaublich, was man unter Adrenalin für Kräfte entwickelt, beim Einräumen habe ich erstmal gemerkt, wie schwer die Sachen waren, die ich vorher vermeintlich leicht herausgetragen hatte.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei Denise, Oli und Wolle bedanken, ohne die drei wäre die ganze Aktion zum Super-Gau geworden. Wir haben es zu viert nur so gerade geschafft, der Situation Herr zu werden. Ich bin nur durch die Hilfe der drei einem Totalschaden aller Ausbausachen entgangen. So sind nur ein altes Radio und diverse leere Pappkartons drauf gegangen.

Danke!

Dieser Beitrag wurde unter Halle abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Erlebnisse, die man echt nicht braucht

  1. Jens sagt:

    Puh! Da möchte ich aber nicht mit dir tauschen wollen, auch wenn mein Wochenende ja nicht sonderlich „schmerzfrei“ war … http://www.js79.de/url/2u

  2. Marco sagt:

    Ach Du Schei..

    Du flext so schnell auch keine Rohre mehr,oder?
    Schwein gehabt, dass es Dir nicht mehr Sachen zerstört hat.

  3. Oliver sagt:

    Coole Aktion 😛

  4. Martin sagt:

    fand ich nicht so wirklich…

  5. Kätzchen sagt:

    Was haben wir so nett beim Doko gelästert…feucht-fröhliches Wochenende, was?
    Ich fürchte, jetzt kannst du nicht mehr gefahrlos über Michaels Klöpse mit Elektrogeräten lästern ;).

  6. Berry sagt:

    Ach du dicke Ka…., ja da hast Du recht, solche Erlebnisse
    braucht man wirklich nicht. Leider kenne ich sowas auch
    aus eigener Erfahrung, allerdings war da so eine Leitung im
    Winter geplatzt und lief das ganze Wochenende in mein Büro…..

    Nun denn, es scheint bei Euch dank der helfenden Hände nochmal
    gut gegangen zu sein und umso besser das Du da nicht immer
    alleine in der Halle bist.

    LG Berry

  7. oh-oh !
    🙂

    Hauptsache ist, dass alles gut gegangen ist.
    aber sehr ärgerlich, sowas.

    (steht da ein alter /8 in der Halle?)

  8. Martin sagt:

    Jau, ist von meinem dritten Hallenkollegen. Der wurde kräftig geduscht als ich versucht habe, die undichte Stelle aus dem Lager „rauszuschieben“…

  9. Björn sagt:

    Das hätte mir auch gut passieren können, Du hast mein volles Mitgefühl.

    Kennst Du übrigens Herrn Biernoth? Der hat doch den Schlüssel für den Keller, weil Werner doch die Heizung abstellen muß, weil bei Frau Hansen die Verschraubung am Heizkörper vergriesgnaddelt war und weil Meister Röhrich mit der großen Tang‘ das Rohr abgerissen hat…. Alles klar?

  10. Martin sagt:

    Lool, ich erinnere mich, ja genau so hab ich mich gefühlt… 😀

Kommentare sind geschlossen.