Anruf bei Vetter

Gestern konnte ich bei Vetter den Herrn Makowiak erreichen. Dieser Mitarbeiter ist wohl schon 26 Jahre bei der Firma und kennt die alten Fahrzeuge noch gut. Wunschgemäß hat er mir dann, wenn auch etwas kurz angebunden, meine Fragen beantwortet.

Folgendes konnte ich in Erfahrung bringen:

  • Die Stützbleche in den Seitenwänden sollen verhindern, dass das Blech nach innen einfällt. Wenn ich die weg nehme, muss ich etwas geeignetes anderes in die Wand bauen, welches dann auch genügend nach aussen drückt. Auf meine Beschreibung der Isolation und der Holzverkleidung bekam ich die Aussage, dass ich die Bleche dann bedenkenlos entfernen könne.
  • Die Heckklappe ist kein Problem, aber der Rahmen muss dann verstärkt werden.
  • Der ganze Bus ist nahezu verwindungsfrei konstruiert und ich kann Träger, Streben und Diagonalen einschweissen wo ich will, das macht alles nichts. Es fahren auf dieser Basis auch Röntgenbusse und sonstige medizinische Fahrzeuge rum, wo der ganze Bus mit Zwischenwänden und Streben ausgerüstet ist, das hält problemlos. Ein GFK-Verbund Aufbau wäre nicht zu vergleichen, der arbeitet deutlich mehr.

Und zuletzt muss ich eine Aussage widerrufen, die ich dem Bus-Uwe gegenüber getroffen und beharrlich darauf bestanden hatte. Die Bleche links und rechts der Stufe im Heck haben keinerlei tragende oder stabilisierende Wirkung, es sind wirklich nur Verkleidungen.

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Es war meine Vermutung, dass die Karosserie durch die Verlängerung des Hecks hier eine zusätzliche Stabilität erlangen sollte, damit das Heck nicht nach unten runter federt. Mein Tüv-Mann hat mir das bestätigt, und somit war die Sache für mich klar.

Naja, war dann wohl doch ein Irrglaube…

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3 Antworten zu Anruf bei Vetter

  1. Uwe sagt:

    Martin, Du weist so vieles und stehst mir wirklich für alle Fragen oder Materialadressen immer selbstlos zur Verfügung, daher schätze ich es um so mehr, dass Du auch ein Irrtum zugibst, was aber nicht nötig gewesen wäre. Auch wenn ich schnell tippe und ab und wann einen Rechtsschreibfehler reinhaue, was unfachmännisch ausehen mag, so weis ich doch manchmal auch was, was Du nicht weist. Immerhin darf ich mich der „ÄLTERE“ nennen und was Eisen und schweißen angeht, so können mir nur Karosseriemeister das Wasser reichen 🙂 OK, mit Aluschweißen habe ich es auch nicht so, denn das ist echt nicht einfach.

  2. Baubude0 sagt:

    War da nicht eine Füllung drin und eine Holzplatte von innen? Ich würde die Versteifung lassen.

  3. Björn sagt:

    Die Versteifung macht dort keinen Sinn mehr. Wenn, dann müßte sie sich im schwächsten Bereich der Karosserie befinden, nämlich oberhalb der Radausschnitte. Die ohnehin schon stabile Vierkantprofilkonstruktion in dem kurzen Heckbereich hat ja nix mehr zu halten.
    Ferner wären derartige Versteifungen in größerer Materialstärke als 1.0 oder 1.5mm ausgeführt und zudem wären große Schweißpunkte im Blech sichtbar.
    Und was ich auch nicht verstanden habe: warum sollten zusätzlich eingeschweißte Profile/Diagonalen/Wände die Struktur schwächen?!? Die Gitterrohrkonstruktion ist gar nicht dafür ausgelegt Torsion aufzunehmen, sie muß steif sein, sonst würde sie unweigerlich brechen. Zusätzliche Versteifungen können so also nur wünschenswert sein.

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