Planungstag

Kennt ihr das? Naja, Selbstausbauer kennen das zumindest: Da sitzt man oft stundenlang in seinem Fahrzeug und überlegt einfach nur wie man was am besten macht. Das hierhin, das dort hin, und wo bringt man das noch unter?

Sowas hatten wir heute, naja nicht so ganz, aber wir haben uns nochmal einige Grundsatzfragen vor Augen geführt und sind ziemlich schnell und eindeutig zu brauchbaren Ergebnissen gekommen.

Zunächst ging es um die letzte Dachluke. Wir haben hin und her überlegt ob ich mir wirklich die Arbeit machen möchte, diese Luke zu versetzen. So wie sie derzeit positioniert ist, würde sie ins Bad reinragen, und da ist eine Trennwand. Ausserdem wollen wir vom Bett aus Sterne gucken können 🙂

Fazit: Das Fenster bleibt (wird also nicht gegen ein Heki ausgetauscht) und wird versetzt. Die Gitterrohrkonstruktion des Busses bietet es schlichtweg an, das was ich für das Fenster rausschneide kann ich genau da wieder einsetzen wo ich es wegnehme. Blech habe ich eh schon da, was spricht also dagegen?

Das nächste war die Heckgarage. Ich glaub ich habe es hier garnicht erwähnt, weil ich mich mit meinen Plänen nicht unbedingt gleich zum Vollpfosten machen wollte. Wir hatten nämlich eigentlich überlegt, das Bett zum zusammenstecken und die letzte Wand zum hochklappen zu konstruieren, um durch die Heckklappe einen Smart hineinfahren zu können. Das wäre problemlos gegangen, ist aber mit enorm viel mehr Arbeit verbunden, und dazu noch einigen weiteren Einschränkungen bei der Konstruktion.

Dieses Vorhaben haben wir heute gekippt. Wir brauchen kein Auto im Bus, wenn es wirklich mal für längere Zeit weiter weg geht, fährt einer hinterher, oder vielleicht krieg ich ja doch noch eine Anhängerkupplung montiert.

Es wird eine normale, fest installierte Wand geben, mit einigen zusätzlichen Diagonal-Streben, um die durch die Heckklappe bzw. das große Loch im Heck verringerte Seitenstabilität des Busses auszugleichen. Auch die Konsole, die ich eigentlich recht aufwändig tiefer setzen müsste, bleibt wo sie ist, ebenso muss der Kühler nicht unbedingt versetzt werden. Theoretisch könnte ich sogar den Luftansaug lassen wo er ist, da schaue ich mir aber noch genau an ob die Einbauposition nicht „optimierungsfähig“ ist.
Also, auch erledigt.

Dann haben wir noch die Küche vermessen und wieder mal festgestellt, dass sie riesig wird! Ausserdem haben wir Einbauort von Dusche, doppelter Wand für Installation und den Einbauort des Kühlschrankes (mit Belüftungsgittern nach aussen) genau festgelegt, und herausgefunden dass tatsächlich alles genau so passt wie wir und das vorgestellt haben.
Super!

Zuletzt die schwierigste Sache, die Einbauhöhe der Fenster. Einfach Löcher ins Auto schneiden geht nicht, die Höhe der Fenster ist von viele Faktoren abhängig, und die will ich hier mal kurz aufführen.

Von oben durch die Wandschränke. Wir wollen im Bus leben, arbeiten und lernen, und brauchen daher viel Raum für Unterlagen und Aktenordner. Die Wandschränke sollen diese aufnehmen können, also mindestens Aktenordnermaß. Dadrunter kommen von uns so genannte „Balkönchen“ hin, auf denen wir Bücher oder sonstiges platzieren. Auch die bunten IKEA-Kisten, die wir in unserem jetzigen Mobil schon verwenden, sollen hier Platz finden. Im Bereich der Fenster werden diese Balkönchen aber genau wegfallen.

Von unten durch die Rückenlehne der Sitzgruppe. Und hier geht’s ans Eingemachte: Die Höhe der Lehne hängt nämlich von allem möglichen ab:
Von dem Abstand von der Wand, hier muss noch eine Hinterlüftung platz finden. Von der Größe des absenkbaren Tisches die wiederum durch die Größe der Sitzflächen bestimmt wird, weil die Rückenlehnen als Liegepolster für Gäste auf den Tisch gelegt werden. Und von der Höhe des Podestes, auf dem die ganze Sitzgruppe aufgebaut werden soll. Dazu waren wir dann auch noch im Baumarkt um nach geeigneten Brettern zu schauen, und in welchen Maßen es diese gibt.

Am Ende konnten wir dann also auch die Position der Fenster als erfolgreich festgelegt bezeichnen. Naja zumindest ungefähr. Denn ich wollte zu Hause noch eine genau bemaßte Zeichnung anfertigen, damit dann am Ende auch wirklich alles passt.

Das wars dann auch für heute, wir haben nichts gearbeitet und sind doch äußerst produktiv gewesen!

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10 Antworten auf Planungstag

  1. Marco sagt:

    „nichts gearbeitet“ stimmt ja nicht – war Kopfarbeit. Besser als wild drauf los gearbeitet und alles an der falschen Position.

  2. Martin sagt:

    Genau, und sowas schafft auch Motivation, ich habe gestern direkt angefangen, die Fester vorzubereiten 😀

  3. Oliver sagt:

    Hallo Martin,

    ich glaube, ich hatte es Sven gegenüber schon mal erwähnt, wie viele Stunden ich in meinem Bus saß und einfach „blöd drein geschaut“ habe. Die Zeit braucht es manchmal, um seine Gedanken zu ordnen. Vor Ort sehen die Dinge oft anders aus, als auf dem Schreibtisch zuhause.

    Einen Effekt solltet Ihr allerdings in jedem Fall berücksichtigen: Je weiter die Fertigstellung des Busses, desto mehr schrumpft er!

    Viele Grüße
    Oliver

  4. Michael sagt:

    Ein Smart im Bus wäre sicher cool gewesen. Aber der Aufwand kam mir von Anfang an übertrieben hoch vor – eine Anhängerkupplung ist zudem viel flexibler einsetzbar, wenn ihr demnächst meine Segelyacht ans Meer schleppen müsst… 😉

  5. Martin sagt:

    Die meinsten Sorgen habe ich mir über die Stabilität des Hecks wegen der geplanten Klappe gemacht. Diese ist nun einfacher herzustellen – das war es dann aber auch schon. Die Heckklappe kommt trotzdem, ebenso wie der abgesenkte Kofferraum und auch das Bett könnten wir problemlos leicht zerlegbar bauen.
    Wer weiss, vielleicht machen wir das auch noch.
    Das einzige was wegfällt ist die klappbare Trennwand.

  6. @ Michael

    Da ja bei 18,75m Länge Feierabend ist wird aus der Segelyacht mal doch eher ne Jolle…..aber Martin fröhnt ja eh nicht so dem Wassersport…

  7. hmmm, also eine Smartgarage über einem Heckmotor im Bus hätte ich jetzt für ein recht mutiges Projekt gehalten, um das mal so zu sagen …
    🙂

  8. Björn sagt:

    Eine Anhängerkupplung gab es für den O307 ab Werk, Post und Bahn sind teilweise mit Gepäckhängern gefahren. Dafür wurde eine große Stahlplatte „irgendwo“ im Motorraum montiert und ragte komplett durch die Motorklappe, die dadurch ein etwa 40x40cm großes Loch hatte.
    Foto eines solchen Busses mit geschlossener Heckklappe gern auf Anfrage, wie das technisch gelöst war, weiß ich allerdings nicht.

    Björn

  9. Björn sagt:

    Noch was vergessen…

    @ Torsten: 18,75m gelten ausschließlich für LKW und dort auch nur im gewerblichen Güterverkehr. Privat und mit einem Fahrzeug ungleich Lkw darfst Du nur 18,00 Meter Gesamtlänge haben. Gelenkbusse zählen aber auch nicht, da ein Einzelfahrzeug, das kein Omnibus ist, maximal 12,00 Meter lang sein darf, ein Bus darf 15m am Stück oder 18,75m als Gelenkbus lang sein. Umbau eines Gelenkbusses oder 15m-Busses zum Wohnmobil scheidet damit aus und geht nur mit Schummeln. Achso: Auflieger dürfen ja bis 13,50m lang sein, aber wiederum nicht als Wohnanhänger, da wäre bei 12,00m Schluß. Auch darfst Du nur einen Anhänger ziehen, der zweite ist ausschließlich Schaustellern und Bauern vorbehalten. Das nur noch der Vollständigkeit halber.

  10. Martin sagt:

    Also ein Bild hätte ich natürlich sehr gerne, aber auf ein 40x40cm großes Loch kann ich gerne verzichten…
    Ich hatte mir das eher so wie hier bei Sven vorgestellt.
    Siehe auch hier, die erste oder zweite.