Wir geben auf – O307 Bücherbus zu verkaufen

Ja, so ist es, wir geben auf. Die Entscheidung war wirklich schwer und wir haben uns sehr lange Zeit damit gelassen, aber nun ist sie gefallen – und das bereits vor einigen Wochen.

„Nein, das könnt ihr doch nicht machen, nicht nach der langen Zeit, nicht nachdem soviel Arbeit und Herzblut in das Projekt geflossen ist!“

Doch, können wir, – müssen wir. Wir haben quasi die letzte Gelegenheit zum Absprung ergriffen, auch wenn der Point of no return eigentlich schon vorüber ist. Die Restauration des Fahrgestells ist schon ziemlich weit, beinahe fertig, aber es fehlen, zumindest nach unseren Ansprüchen, noch 1000 Kleinigkeiten und nicht zuletzt die „Kleinigkeit“, den Bus zur Wohnung auszubauen.

Warum hören wir dann trotzdem auf? Tja, das kann man wahrscheinlich nur verstehen, wenn man sich jahrelang jeden Tag mit dem Bus beschäftigt hat, an ihm vorbei gelaufen ist, sieht was man alles schon geschafft hat, welche Durststrecken man schon überwunden hat, aber auch weiss, was alles noch ansteht.

Wenn man dann zurück blickt und weiss, wieviele Jahre man am Ende gebraucht haben wird und welche Nutzungsdauer unter welchem Einsatzzweck man sich so vorgestellt hat, dann realisiert man auf einmal schlagartig, dass der Bus nicht mehr zu den eigenen Zukunftsplänen passt, die sich natürlich auch laufend ändern. In unserem leider Fall immer schneller, als wir in der Vergangenheit die Fahrzeuge fertig bauen können, die wir begonnen hatten. Den zweiten Bus nach dem O302 aufzugeben zehrt ganz schön, aber irgendwann muss man sich eingestehen, dass es doch der bessere Weg ist.

Aktuell arbeiten wir aber noch weiter und werden auch hier von Zeit zu Zeit darüber bloggen, bis sich ein Käufer gefunden hat.

Der Bus nähert sich aktuell nach und nach seinen Originalzustand: der Kofferraumboden müsste als nächstes wieder rein, die Radläufe hinten sind in Vorbereitung, dann kommen als nächstes die Radkästen sowie der Boden über der Hinterachse wieder rein. Dann könnte der Bus quasi wieder auf die Räder, wäre überführungsfähig und könnte sogar dem Tüv vorgeführt werden.

Sollte sich vorher jemand finden, der das Projekt übernehmen möchte, so kann derjenige den Bus auf dem Platz, auf dem er jetzt steht, überführungsfertig zur Fahrt in die eigene Halle machen. In der Zeit würde ich natürlich mithelfen und könnte zu sehr vielen Kleinigkeiten noch meine Ideen und Pläne erklären, für die es zum Großteil auch schon Zubehör oder Ersatzteile gibt.

Wir sind für jedes ernsthafte Gebot offen, nur eine gewisse Schmerzgrenze möchten wir nicht unterschreiten.. Wenn jemand den Bus so übernimmt, wie er aktuell hier steht, sähe die Preisvorstellung  ganz anders aus als wenn er frischen Tüv hätte. Wir machen damit zwar ein großes Minus, aber darüber sind wir uns im Klaren.

Wer nach einer Einschätzung sucht, der nimmt sich bitte einen langen Abend Zeit und fängt mal in diesem Blog ganz vorne an zu lesen…

Anfragen gerne über das Kontaktformular hier im Blog.

Bei uns geht es natürlich weiter, darüber werde ich aber wahrscheinlich vorerst nicht bloggen, alleine schon, um den Druck für uns selbst rauszunehmen. Soviel kann ich aber verraten: das neue Projekt ist ein LKW. Vom Bus und dem Rost bin ich aktuell erstmal kuriert.

Wir danken Euch an dieser Stelle für Eure langjährige Treue.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten auf Wir geben auf – O307 Bücherbus zu verkaufen

  1. Stephan sagt:

    Wirklich schade. Ich lese ja schon eine Weile mit, auch die große Pause … Aber dass Ihr nun die Reißleine zieht hätte ich nicht gedacht. Ein bisschen habe ich immer mitgeträumt vom großen Heim auf Rädern.

    Ich finde es mutig von Euch das ihr das so entscheidet und kommuniziert.

  2. Uwe sagt:

    Bin gerade heftigst sprachlos. Hätte mit allem gerechnet, aber doch nicht damit, dass Martin das Handtuch wirft. Obwohl ich es ihm nicht verdenken kann, denn so ein Projekt dauert und zert an den Nerven und immer wieder kommt was Neues hinzu. Das erlebe ich sehr oft, obwohl bei Martin eher nicht, aber das Leute sich einen Bus kaufen und meinen, dass es schnell ausgebaut und fertig ist. Ich mache das jetzt einige Jahre und erlebe so manches Wunder und auch manche Einstellungen von Kunden, die absolut außerhalb der Realität leben und glauben, dass ein Bus innerhalb einiger Wochen und mit ein paar Tausend € fertig zu stellen sind. Ach Mensch Martin…………fuck

    • Martin sagt:

      Vielleicht findet sich ja jemand, der den Bus übernehmen und durch Dich ausbauen lassen möchte? Würde mich freuen, er ist darauf perfekt vorbereitet!

      • Uwe sagt:

        Martin, den würde ich gerne für jemanden fertig stellen, da ich sehr genau weiss, dass Du alle Vorarbeiten von Feinsten ausgeführt hast. Es bleibt abzuwarten, ob sich da der richtige Mensch findet, dass gute Stück auf die Straße zu bringen. Viel Glück

  3. Andreas sagt:

    Hallo Herr Schepers,
    Schade, dass Sie Ihr großes Projekt nun leider aufgeben möchten. Ich war von Anfang bei Ihrem Blog dabei und fasziniert, wie akribisch Sie ALLE „Baustellen“ angegangen sind und „meinen“ Bus nach und nach repariert und restauriert haben. Wir hatten uns ja ein paar mal über den Bus unterhalten und Sie sind viel tiefer in das innere vorgedrungen als wir. Es war sehr aufregend, Sie über die Jahre begleiten zu können. So wird es wohl kein wiedersehen mit „unserem“ Bücherbus geben, den ich seit seinem 2. Lebensjahr kenne und ihn bis zu seinem verkauf des Öfteren in der Mangel hatte.
    Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und ein glückliches Händchen bei der Auswahl Ihres nächsten Fahrzeug.

    • Martin sagt:

      Nach dem herzlichem Empfang und der Begeisterung, die wir bei unserem ersten Besuch bei euch in Trier erfahren haben, habe ich wirklich davon geträumt, mit dem fertigen Bus irgendwann wieder auf Eurem Hof zu stehen. Aber wenn nicht noch irgendwann was drastisches passiert, wird das wohl nicht geschehen.
      Es sei denn, es bildet sich eine „Trierer-Bücherbus-Interessensgemeinschaft“ 😉

      Danke fürs mitlesen und die vielen Tipps und Telefonate in der ersten Zeit. Der Bus ist nicht aus der Welt und wird ganz sicher nicht verschrottet.

  4. Oliver sagt:

    Ich kann eure Entscheidung gut verstehen. Manchmal gibt es Veränderungen im Leben, zu der bestimmte Dinge nicht mehr passen. Dann ist es gut, sie ziehen zu lassen. Ich wünsche Euch viel Freude bei der Verwirklichung eurer neuen Pläne, wie auch immer sie sein mögen!

  5. Dennis sagt:

    Lieber Martin, vielen Dank für eine lange spannende Reise durch die Untiefen eines O307. Ich habe einen riesen Respekt vor Deinen unzähligen akribischen Baustellenbehebungen und dass Du uns „da draussen“ so detailliert und lebendig beschrieben hast daran teilhaben lassen.
    Es liegt auf der Hand, dass Du sicher nicht „einfach so“ kurzschlussartig aus dem Bauch raus die Flinte ins Korn wirfst. Natürlich war ich gespannt darauf, wie letztlich eine rollende Wohnung aus dem Bus geworden wäre, aber Sentiment ist bei einer derart zeit- und mittelraubenden Dimension sicherlich letztlich der schlechteste Berater…
    Ich wünsche Dir alles Gute für künftige Projekte und natürlich auch einfach so für´s Leben. Merci!

  6. Stephan sagt:

    Ich lese hier mehr oder weniger regelmäßig mit, so seit 4 bis 5 Jahren.
    Ich fand eure Pläne interessant und ambitioniert. Meine Hochachtung habt ihr schon seit langem, für diese Entscheidung muss ich euch Respekt zollen.
    Danke für die vielen Details, die du/ihr gezeigt habt.

  7. -.ZacK.- sagt:

    Hey ihr zwei,

    auch ich finde es schade dass sich eure Wünsche und Vorstellungen nicht mehr mit dem O307 vertragen.. ..aber deswegen würde ich nicht von „aufgeben“ sprechen.
    Sicherlich ist der Bus jetzt nicht in dem final erhofften Zustand – aber was bringt einem ein perfekt sanierter Bus, wenn der nicht ins Leben passt?

    Hoffen wir, dass sich ein begeisterter Käufer für den 307er findet, eine solide Basis hat er jetzt auf alle Fälle. :)

    Euch alles gute, und: Ich bleibe dran, egal wie euer nächstes Projekt aussieht. =)