Nie wieder Miete – die Zusammenfassung der letzte Ereignisse

Ich bin mal wieder mit dem Reisebus unterwegs und habe eine Wandergruppe in Roetgen im Honen Venn abgesetzt. Während ich darauf warte, dass sie zum Zielort kommen, habe ich nun einige Zeit, die Geschehnisse der letzten Wochen mal zusammenzufassen. Das ist auch nötig, so habe ich doch selbst fast den Überblick verloren.

Also, hinsetzen und anschnallen bitte :)

Wie alles begann

Bereits vor einigen Monaten hatten wir uns überlegt, im Frühjahr die Wohnung zu kündigen und in den Bus zu ziehen, auch wenn er noch im Rohbau ist. Ein Bett wird sich einbauen lassen, und bis zum Winter müssten dann Heizung und Bad in Betrieb zu nehmen sein. Immerhin wären wir dann sehr dicht dabei und ich könnte jeden Tag einige Stunden schrauben, dann würde es deutlich schneller voran gehen.

Was aber, wenn ich den gewünschten Stand bis zum Winter nicht hin bekomme? Bisher hat alles was ich angepackt habe am Ende fast dreimal so lange gedauert, das hat die Erfahrung gezeigt. Der geplante Einzug in den Bus war vor zwei Jahren… Also musste ein Plan B her, das wollten wir nun nicht riskieren.

Da wir dieses Jahr wegen Annes Studienfinale wenig bis garnicht in den Urlaub fahren können, entstand zum einen die Entscheidung, den James Cook zu verkaufen, zum anderen wollten wir aber eine alternative Urlaubs-/Wohnmöglichkeit haben, an der nicht geschraubt werden muss, die halbwegs mobil ist und die vor allem winterfest ist.

Der Wohnwagen

Ziemlich schell stand eine Idee im Raum, gegen die ich mich eigentlich immer gewehrt habe, weil ich es total unpraktisch und lästig finde: ein Wohnwagen, fest installiert auf dem Hof der Halle. Und zum Thema Winterfest gibt es eigentlich nur eine Marke, die in Frage kommt: Kabe. Dieser Wagen verfügt über eine Alde Warmwasserheizung mit Fussbodenheizung und ist super isoliert, so einer sollte es sein.

Relativ schnell haben wir in Deutschland zwei passende Wagen gefunden, die wir einfach mal angeschaut haben, die dann für uns aber doch nicht praktikabel waren. Irgendwann habe ich mal über die Grenze nach Holland geschaut und schnell festgestellt, dass die Auswahl dort deutlich größer ist. Nach Besichtigung von zwei Kabe haben wir den zweiten dann direkt gekauft.

Leider war dieser ein Briljant, das kleinste Modell, mit nur 5,20m Innenlänge, wir haben aber alles durchgespielt und waren uns einig, dass es schon gehen wird. Ausserdem war der Wagen derart günstig, dass wir ihn nahezu 4000 EUR unter unserem angedachten Budget bekommen haben, da mussten wir einfach zuschlagen. Ein Vorzelt hätte den Wohnraum nochmal verdoppelt, und im Sommer sind wir eh mehr draussen als drinnen.

Die Wohnung

Das Ganze fand alles noch im März statt und nachdem wir den Kabe sicher hatten, konnten wir direkt unsere Wohnung kündigen, Auszugstermin wäre dann Ende Juni gewesen. Wir hatten mit unserem Vermieter vereinbart, dass wir einen Nachmieter suchen dürfen, um ggf. schneller aus der Wohnung ausziehen zu können und so hat ein Inserat bei wg-gesucht.de durch den aktuell sehr knappen Wohnungsmarkt auch schnell Besichtigungstermine gebracht.

Schon der erste Interessent fand die Wohnung toll, wir wollten zumindest die Küche drin lassen, das war für ihn auch kein Problem. Im Laufe der Besichtigung hat sich dann gezeigt, dass er ggf. auch alle anderen Möbel mit übernehmen würde, denn er zog aus einem Studentenwohnheim aus und hatte ausser einem Bett und einem Schrank kein eigenes Mobiliar. Am Ende hat dieser Interessent wegen fehlendem Budget dann doch abgesagt, aber nun stand die Idee im Raum, die Möbel an den Nachmieter mit zu verkaufen.

Anne hat durchgerechnet, was uns neue Möbel kosten würden, ebenfalls die Küchenmöbel und Kühlschränke sind in die Berechnung eingeflossen, und am Ende stand nach Abzug eines „Gebrauchtmöbelrabattes“ eine Zahl von 1700 EUR für die Küche und sämtliche Möbel der Wohnung im Raum, ausgenommen die Waschmaschine und unsere Matratze. Nach ein paar weiteren Besichtigungen waren wir uns dann ca. in der zweiten Aprilwoche mit einem jungen Mann einig, der alles übernehmen wollte und mit dem der Vermieter auch einverstanden gewesen ist.

Auch der mittlerweile ins Auge gefasste Termin, der 1.5., ließ sich realisieren, und so haben wir Ende März, kurz nachdem wir den Wohnwagen gekauft haben, ohne dass wir es zu diesem Zeitpunkt ahnen konnten, unsere letzte Miete gezahlt. Mit Miete, Nebenkosten, Strom und Gas, Tiefgarage und Treppenhausreinigung sparen wir nun jeden Monat knapp 600 EUR. die wir allerdings weiterhin an die Seite legen wollen. Das sind über 7000 EUR im Jahr – haben oder nicht haben?

:)

Unvorhergesehenes

Parallel zur Wohnungsvermietung mussten wir natürlich weiterhin unserem Alltag so gut es ging nachgehen, aber das Thema Wohnwagen hat mich erstmal nicht losgelassen. Dadurch dass wir unseren Briljant so günstig bekommen haben, hab ich mir kurzerhand überlegt, ihn einfach mal für deutlich mehr Geld zu inserieren, einfach um mal zu schauen ob einer anbeisst.

Gleichzeitig habe ich weiter im Netz recherchiert und einen größeren Kabe Safir XL KS bei einem Händler in Holland gefunden, den ich einfach mal besichtigt habe. Dieser Wagen war allerdings von aussen noch nicht für den Verkauf aufbereitet und gereinigt, so dass ich Ihn zum Händlerpreis bekommen könnte. Von innen war er aber top gepflegt. Der Grundriss war derselbe wie bei unserem, jedoch 20cm breiter und knapp einen Meter länger. Im Detail bedeutet dies: eine größere Sitzgruppe, eine längere Küche und auf jeder Seite mehr Schränke. Als ich in dem Wagen stand, kam dieser mir vor wie ein Tanzsaal. Der könnte es wirklich werden, damit hätte ich auch kein flaues Gefühl mehr – Platz satt! Der Händler war so nett und reservierte mir den Wagen für ein paar Tage.

Und auf einmal ging es los. Relativ kurzfristig wollten sich gleich drei Interessenten den Briljant anschauen. Der erste kam Freitag Abend, wir sind uns aber nicht über den Preis einig geworden. Der zweite wollte noch warten, aber Sonntag morgen kam der dritte und hat den kleinen Kabe direkt gekauft.

Am Dienstag morgen bin ich nach Holland gefahren und habe den großen Safir geholt, und ohne näher aufs Geld einzugehen kann ich sagen, dass ich vom ursprünglichen Kaufpreis für den kleinen Briljant nach dem Verkauf desselben und dem Kauf des Safirs immer noch 600 EUR übrig hatte :)

Nun ging es weiter. Ich hatte das Inserat einfach mal drin gelassen und als ich auf dem Weg nach Holland war, um den Safir abzuholen, habe ich zwei weitere Anrufe für den Briljant bekommen. Der zweite hatte einen komischen „was-is-letzte-Preis“ Dialekt und fand mein Angebot, ihm einen anderen Wagen zu besorgen, wohl nicht so toll. Der zweite Anrufer kam aus Frankfurt und wir haben uns nett unterhalten, ich habe ihm einfach die Wahrheit erzählt und er fand das wohl schlüssig.

Am folgenden Freitag habe ich somit einen weiteren Briljant aus Holland geholt, der baugleich mit unserem war aber über andersfarbige Polster sowie einen Backofen verfügt. Am gleichen Tag gabs die Gasprüfung und Samstag stand ich morgens um 20 nach 7 beim Tüv für die Vollabnahme. Und am Sonntag kam die Familie aus Frankfurt, um sich den Wagen anzuschauen – und gleich mitzunehmen. :)

Und so wurde unser schöner großer Kabe Safir im Nachhinein ziemlich erschwinglich, ausserdem sind wir uns nun sehr sicher, mit diesem doch deutlich größeren Wagen alles richtig gemacht zu haben.

Der Umzug

Auf Grund dieser Gegebenheiten musste der ganze Umzug an sich leider zurück stehen, aber dadurch dass wir die Möbel mit verkauft hatten, mussten wir ja nur ein paar Kisten packen und unser Bettzeug mitnehmen. Das haben wir dann letzten Samstag gemacht, obwohl der Tag mehr als voll mit Terminen gewesen ist.

Der Safir musste ausserdem noch gewaschen werden, weil ich das am endgültigen Stellplatz nicht machen will, dann bekamen wir mittags und nachmittags jeweils noch überraschend Besuch und Anne musste kurzfristig noch arbeiten. Trotzdem gelang es uns, mit nur zwei PKW-Ladungen das Nötigste rüber zu fahren und haben von letzten Samstag auf Sonntag die erste Nacht im Wohnwagen verbracht.

Wir sind eingezogen :)

Einmal in den Safir über gesiedelt, konnten wir nun die Wohnung Schritt für Schritt auflösen und uns nur das in den Wohnwagen holen, was wir auch wirklich brauchen. Prinzipiell sollte es vier große Kartonstapel geben: Stapel 1 kommt in den Kabe, Stapel 2 zu unseren Eltern, das sind Dinge mit ideellen Werten die man einfach nicht weg wirft. Stapel 3 kommt ins Lager, um ihn irgendwann mal in den doch deutlich größeren Bus zu räumen und Stapel 4 wird entsorgt, ebay oder Müll.

Im Nachhinein kam es etwas anders, weil uns irgendwann die Kartons ausgegangen sind und wir am Ende aus Zeitmangel viele Sachen nur in die Kisten geschmissen haben. Aber immerhin haben wir es beide geschafft, die „Eltern-Kisten“ zu packen und zuzukleben.

Tja, das ist der Stand der Dinge. Zum Schluss gibt’s nun noch Bilder vom kleinen und vom großen Kabe, mal zum Vergleich. Innenaufnahmen reiche ich nach, derzeit kann ich vom großen keine machen, das ist wegen Chaos völlig ausgeschlossen :)

Das ist der Briljant:

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Beim Tüv, sorry das konnte ich mir nicht verkneifen 😀

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So, das ist unser endgültiger, der Safir:

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Fertig gewaschen und eingeparkt:

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Größenvergleich hinter dem Passat:

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Keine Sorge, so bin ich nur zum Tüv gefahren. Abgeholt habe ich den Koloss mal lieber mit dem Sprinter.

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Wie gesagt, Bilder vom Innenraum gibt’s später.

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4 Antworten auf Nie wieder Miete – die Zusammenfassung der letzte Ereignisse

  1. Henry sagt:

    Sehr schöner Bericht!

    Ich freue mich:

    – dass ihr nun den doch deutlich größeren Wohnwagen gekauft habt!

    – dass meine Tochter „groß“ in der Sonne sitzt und ein wenig pigmentiert!!!

    Herzlichst.

    Papa

  2. Peter Geib sagt:

    Sehr abenteuerlich, Martin! Ähnliches haben auch wir erlebt, als wir vor acht Jahren unser Haus vermietet haben, um für sechs Jahre auf Dauerreise durch Europa zu gehen.
    Das war eine willkommene Gelegenheit, sich von allem zu trennen, was man so über viele Jahre an unnötigem Kram und Ballast in Schränken, Kisten und Kartons angesammelt hat.

    Wir wünschen Euch Beiden viel Freude an dem neuen Leben auf wenigen Quadratmetern und auf baldigen Umzug in den Bus.

    Patricia und Peter (MaXXL)

  3. -.ZacK.- sagt:

    Wirklich spannend!

    Dann wünsche ich euch mal viel Spaß im neuen Übergangsheim und möglichst keine (weiteren) unvorhergesehenen Probleme beim Kabe und O307… =)

  4. onkel martin sagt:

    hallo, ihr seid 2 wahre abenteuerliche vagabunden; ja doch schon richtige lebenskünstler… ihr kommt zurecht !!! Viel spass bei eurer mobilie.
    … wie siehts denn innen aus ?
    liebe grüße aus bad oeynhausen. (wir müssen leider in einer immobilie leben)