Raus aus der Wohnung

In den letzten zwei Wochen haben sich die Ereignisse überschlagen und dieser Blog wurde wegen maßloser Reizüberflutung ein wenig vernachlässigt. Nun scheint aber alles in geregelte Bahnen gelaufen zu sein, hier die Zusammenfassung:

Unser mobiles Leben beginnt !!!

Wir hatten ja zur Jahreswende schon überlegt, wie es weitergehen sollte, und die Pläne standen zunächst auf wackeligen Beinen. Die Idee war zunächst, bis zum Sommer mit dem Bus richtig Gas zu geben, die offenen Baustellen schnell abzuschliessen und mit dem Bett- und Badbau zu beginnen. Dann wollten wir im Frühjahr die Wohnung kündigen und in den halb fertigen Bus einziehen um jeden Tag vor Ort zu sein und fleissig und zügig weiter zu bauen.

Soweit so gut, aber die Unsicherheit, dass der Bus nicht so schnell fertig wird wie wir das Mobiliar brauchen, war uns einfach zu hoch. Immerhin hat sich gezeigt, dass alles was ich anpacke am Ende ziemlich genau dreimal so lange an Zeit benötig wie ich es abgeschätzt habe :-/

Anne ist im Endspurt ihres Studiums, wir werden also nicht wegfahren können, der James Cook würde somit dieses Jahr fast nur rumstehen und zum darin wohnen ist er ausserdem zu klein. Ich weiss nicht mehr wie wir darauf gekommen sind, aber irgendwie hat sich die Idee manifestiert, dass ein Wohnwagen die richtige Zwischenlösung wäre.

Somit haben wir nun folgende Argumentationsliste für ein Hallenleben im Wohnwagen zusammengestellt:

  • Anne ist maßgeblich an dieser Entscheidung beteiligt und treibt diese auch mit voran, anders würde das nicht gehen
  • Wir werden dieses Jahr bzw die nächsten 14 Monate nicht wegfahren
  • Der Sprinter wird verkauft
  • wir haben vom Vermieter die Erlaubnis, an der Halle auf dem Hof zu wohnen
  • wir haben einen 50qm großen leeren Büroraum in der Halle angemietet und zur Kostenkompensation 2-3 Untermieter mit rein geholt, dort wollen wir Möbel und Kisten mit Haurat vorerst lagern
  • wir fühlen uns an der Halle beide sehr wohl

So oder so war unser Plan für das mobile Wohnen zunächst über einen Winter kommen zu wollen, denn da zeigt sich ob wir das wirklich wollen. Ich sehe die Wahrscheinlichkeit für ein scheitern derzeit aber nicht wirklich. Trotzdem halten wir uns diese Option offen, und so werden die Möbel erst nach einem überstandenen Winter verkauft. Die Lagerkosten würden die Anschaffungskosten für neue Möbel schlichtweg übersteigen.

Also war die Sache klar: Wir werden an die Halle ziehen!

Als nächstes stand die Suche nach einem geeigneten Wohnwagen an, der Wohn- und Wintertauglich ist, und sehr schnell hat sich eine einzige Marke als tauglich herausgestellt: Kabe. Diese Wohnwagen kommen aus Schweden, sind absolut wintertauglich, deutlich stabiler als deutsche Wohnwagen und mit einer Adle Warmwasserheizung ausgestattet, die auch einen Fussbodenkreis hat. Fusskälte ist im Wohnmobil und -wagen im Winter ein großes Problem, das ist bei einem Kabe-Wohnwagen nicht vorhanden.

Nach einigem Suchen und besichtigen mehrere Wagen haben wir letzte Woche einen Kabe Briljant in der XL Variante gekauft Bj. 2003. XL besagt, dass die Nasszelle neben dem Bett ist, nicht wie bei den GLE Varianten auf der Achse. XL steht nicht für Übergröße, das ist die Variante KS (King Size). Ich wollte hier aber nicht zu sehr ins Detail gehen.

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Der Wagen ist innen 5,20m lang, und uns damit eigentlich ein wenig zu klein, aber es soll ja nur eine Übergangslösung sein. Ausserdem haben wir ja noch den Lagerraum für Dinge die man nicht so oft braucht, so zum Beispiel auch Saisongarderobe. Vielleicht wechseln wir aber auch nochmal und tauschen gegen einen etwas größeren, das machen wir aber ganz spontan wenn es sich anbietet. Erstmal haben wir nun eine Lösung mit der wir zufrieden sind.

Das wichtigste ist aber: Wir müssen an dem Wagen nichts machen, am Wohnwagen gibt’s quasi Schraubverbot :) Lediglich unsere Leinwand fürs Beamer-Fernsehen müssen wir irgendwo befestigen. Und: Wir sind nahe am Bus, näher geht’s nicht. Und so schmeisst man sich morgens erst garnicht in „normale“ Anziehsachen sondern zieht sofort das Arbeitszeug an.

Tja, noch im März haben wir nun unsere Wohnung gekündigt und in diversen Studentenplattformen im Netz angeboten, es gibt bereits auch einige Anfragen, und somit könnte das Hallenleben eventuell bereits Ende April starten.

Ihr werdet es auf jeden Fall mitbekommen.

Ich kanns noch garnicht richtig glauben – es geht wirklich los :)

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5 Antworten auf Raus aus der Wohnung

  1. Kevin sagt:

    Hi Martin,
    dann mal alles Gute in eurem neuen Zuhause. So virtuell reiche ich mal ein wenig Brot und Salz rüber 😉
    Also dann, auf ein unbeschwertes Wohnen in/bei der Halle und das der Bus dann demnächst endlich fertig wird.

    Grüße aus inzwischen auch wieder Aachen,
    Kevin

  2. Gordon sagt:

    Ich glaub es auch kaum, wie schnell das jetzt geht! Gut, so ein richtiges mobiles Leben ist es ja nicht gerade, aber der erste Vorgeschmack. Wir wünschen Euch superviel Freude an Eurem Wohnwagenleben und werden Euch diesen Sommer sicher besuchen, um Euer Heim mal zu besichtigen :-)

  3. Martin sagt:

    Natürlich, wir erwünschen auch ausdrücklich Besuch :)
    Übrigens ist dieser Schritt zum mobilen Leben deutlich mehr als ein Vorgeschmack, denn wir müssen nun schon den Minimalisierungsprozess durchleben, das wird die größte Umstellung.
    Vom Wohnwagen in den Bus zu ziehen wird dann wie der pure Luxus :)

  4. Oliver sagt:

    Na dann Euch mal viel Spaß und Erfolg beim Minimalisieren! Das habe ich schon zweimal hinter mir. Ein drittes Mal folgt bald!

  5. Matze sagt:

    Zieht durch!