O302 – eine Ära geht zu Ende

In der Vorgeschichte dieses Blogs könnt ihr lesen, wie wir auf den Bus gekommen sind. Nun muss ich zugeben, dass wir die Historie unserer bisherigen Fahrzeuge etwas abgekürzt haben, es gab nämlich vor unserem 814 Sparkassenmobil nicht nur den THW-blauen O302 aus Saarbrücken

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…sondern noch einen O302, den ich aber meistens ganz gerne verschwiegen habe.

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Diesen Bus, der unter meinen Wohnmobilkollegen oft als „Getränkelaster“ bekannt ist, habe ich mir beim Kauf irgendwie schön geredet oder schönreden lassen. Völlig blauäugig habe ich hier die 2500 EUR in ein wirklich sinnloses Projekt versenkt und mich mit meinen leichtfüssigen Restaurationsplänen komplett zum Affen gemacht.

War ja „alles kein Problem“, so ein damaliger Kollege, „ist doch alles nur gerades Blech“. Naja, irgendwann glaubt man dran…

Naja gut, das war Lehrgeld, und nachdem ich das realisiert hatte, kam der blaue Bus ins Haus. Den Getränkelaster habe ich als Teileträger behalten, hierzu hatte ich für 25 EUR pro Monat einen eingezäunten Stellplatz im Ruhrgebiet angemietet. Das war 2005…

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Tja, und seid dem stand er dort und oxidierte langsam in den Boden. Zwischendurch hatte ich eine Gelegenheit ergriffen und fast alle Scheiben verkauft, das hat dem Bus dann den Rest gegeben. Denn nun konnte der Regen überall hin kommen und der Rost breitete sich im gesamten Fahrzeug unaufhaltsam aus.

Das war 2009 und so sah der Bus zwischenzeitlich aus.

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Mein Vorhaben, den Bus zu schlachten, scheiterte an einer Transportmöglichkeit. Ein Versuch, den Bus auf einen Tieflader zu ziehen und zu Sven zum schlachten zu bringen, musste wegen der mittlerweile blockierenden Hinterachse des Busses abgebrochen werden, die Bremsen waren fest.

Schliesslich hatte sogar der Vermieter des Stellplatzes ein Einsehen und hat mir angeboten, sich um die Verschrottung zu kümmern. Schweren Herzens habe ich zugesagt und bin, nun durch einen Termin motiviert, mit dem Anhänger ins Ruhrgebiet gefahren, um die letzten verwertbaren Teile abzumontieren. Und schliesslich kamen vor zwei Wochen die Schrottis und haben die Flex anlaufen lassen.

O302-Liebhaber bitte nun nicht weiter schauen, es folgen traurige Bilder…

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Cabrio-Bus

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Hier die Ausbeute an Teilen.

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Dazu noch Frontscheiben, Motorhaube und zwei Seitenklappen.

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Die Sachen sind bereits als Gesamtposten verkauft. Einzeln hätte ich vielleicht mehr bekommen, aber so weiss ich wo sie hingehen und dass sie wirklich sinnvolle Verwendung bei echten Liebhabern finden. Gerade beim O302 steckt da von meiner Seite aus sehr viel Herzblut drin, und es ist mir in diesem Fall tatsächlich so lieber, auch wenn das Bus-Konto gerade ziemlich leer ist.

Eine Woche später bin ich nochmals ins Ruhrgebiet gefahren, die Schrottis waren zwischenzeitlich fertig.

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Sie haben mir nach Absprache netterweise den Motor sauber rausgeschnitten und auf einer Europalette stehen gelassen.

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Leider hat das Verladen auf meinen Anhänger auch mit Norberts Unterstützung nicht funktioniert. Der Motorkran des Vermieters konnte eine Tonne heben und schaffte das Aggregat nur mit Ach und Krach so gerade eben vom Boden hochzuheben. Das ganze auf Anhängerhöhe zu bringen war undenkbar.

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Trotzdem an dieser Stelle nochmals vielen Dank für Deine Hilfe, Norbert! :)

Nun suche ich noch nach einer Lösung. Sämtliche Staplerfahrer aus der nähere Umgebung haben abgewunken. Hier muss es früher mal richtig Ärger gegeben haben, weil sie mit den Staplern auf der Strasse rumgefahren sind.

Hat jemand eine Idee? Am besten wäre ein Radlader, oder ein LKW bzw. Unimog mit Kran. Der Motor steht in Oer-Erkenschwick im Industriegebiet.

Tja, und damit geht die O302-Ära zu Ende, so sehr ich an diesem Modell auch hänge. Ich habe mich zwischenzeitlich oft geärgert, den blauen Bus abgegeben zu haben, aber ich glaube dass es trotzdem besser so war. Und vielleicht darf ich ja hin und wieder nochmal einen von meinen Wohnbuskollegen fahren.

Schnüff :(

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12 Antworten auf O302 – eine Ära geht zu Ende

  1. Oliver sagt:

    Hallo Martin,

    tja, so manches Lehrgeld ist ganz schön hoch. Nun ja. Für den Motor: Verkaufen nur an Selbstabholer oder Du musst nochmal Geld in die Hand nehmen und einen LKW mit Hebebühne mieten. Mit einem Hubwagen, einer Hand voll Bretter und ein oder zwei starken Begleitern sollte das doch gehen. Die Bühne hebt normalerweise 1t. Wenn man an den Ecken mit Muskelkraft etwas nachhilft, auch mehr 😉 Ich würde das Ding entweder in die Bucht setzen oder in einer LKW-Oldtimer-Zeitschrift inserieren.

    Viele Grüße
    Oliver

  2. Martin sagt:

    Hallo Oliver,
    Hebebühne scheidet auch aus, der Untergrund ist Schotter, da fährt leider kein Hubwagen. Der Motor muss erstmal in meine Halle, die Kopfdichtung muss gemacht werden. Mit der geringen Laufleistung hoffe ich, dass ich dann mit dem Verkauf noch ein wenig Schadensbegrenzung betreiben kann.

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  4. Tom sagt:

    Hi Martin,

    wie Oliver schon schrieb….“ Mit einem Hubwagen, einer Hand voll Bretter und ein oder zwei starken Begleitern sollte das doch gehen.“! :-)

    Gruß
    Tom

    • Martin sagt:

      Hallo Tom,
      leider nicht, der Hubwagen rollt nicht auf Schotter, und die Palette steht nunmal da wie angenagelt. Unterschätze das Gewicht des Motors nicht, den bekommst Du auch von Hand nicht im Ansatz bewegt.

  5. meise sagt:

    Oh Martin,
    die letzten bilder hättest du nicht einstellen müßen,
    das tut weh-wieder einer weniger
    aber ich hoffe, das die befreiung von „altlasten“ für deinen
    307 förderlich ist und dich da wieder ein wenig weiterbringt
    hatte der schrotti keinen kran?, das wäre das einfachste gewesen
    verkaufe ihn, so wie er ist, gib die kopfdichtung dazu, und dann kann sich der selbstabholer mit dem problem rumschlagen-alles andere kostet dich geld und zeit
    die du sinnvoller investieren kannst

  6. Moretti Patrone sagt:

    Hi,ja schade wenn man sowas nach den Jahren entsorgen muss.

    Zu dem schwer wiegenden Problem.Bau das Getriebe erst hinter weg,dann schafft der Kran den Motor auch auf Anhängerhöhe.Habe meinen OM 366 auch mit dem Normalen Motorkran aus dem Rahmen gehoben bekommen aber auch nur ohne Getriebe weil man den Arm ja nicht ganz kurz machen kann.

    Versuch is wert.
    Gruß Moretti

  7. Ralph Jacobs sagt:

    Hallo, Martin

    Gibt es nicht vielleicht in der Nähe einen Bauern mit Trecker und Frontlader, den man dazu überreden könnte, Dir das Ding auf einen Anhänger zu hieven ?

    Gruß, Ralph

  8. Jörg Schwarz sagt:

    Also, ich würde nun mal zwei Gerüstböcke die in der Höhe zu verstellen sind auftreiben….ich habe ja welche zu Hause…. Die werden rechts und links aufgestellt, ein ordentlich dicker und somit tragfähiger Balken über beide Böcke gelegt, und dann mit einem Kettenzug ( den gibt es sicherlich auch zu leihen) lupfst Du das Teil in die Höhe……. Auf diese Weise haben wir bei Kilkanos eine Holzbearbeitungsmaschine aus dem Keller in die Garage befördert…..Höhenunterschied!!!! 3,80 Meter…..

    ALso dann mal viel Glück und Glück auf….

    Jörg

  9. Jörg Schwarz sagt:

    Und wenn es der 170 PS 6 Zylinder Motor ist, dann komme ich den persönlich verladen, wenn der Preis stimmt……

    Grüße

    Jörg

  10. meise sagt:

    lieber Jörg,
    es ist ein OM 352 mit 130 ps
    das drehmoment dieses motors wird dich begeistern-nimm ihn

    • Martin sagt:

      Hallo Ralf,
      wie kommst du darauf? Ich würde niemals einen O302 mit 130PS kaufen. Das ist der OM360 mit 8,6 Litern Hubraum und 170PS ohne Turbolader.
      Für Jörg ist das leider nichts, haben wir schon per Mail besprochen.