Endspurt zum SAT

17. Oktober 2009

So kann’s nicht weiter gehen, diese mittlerweile fast 3-Monatige Auszeit vom Busbau hat uns im Zeitplan stark zurückgeworfen. Vor allem weil wir Mittwoch (in 4 Tagen!) mit dem Bus zum Selbstausbauertreffen fahren wollen, und wir einfach noch lange nicht soweit sind wie wir gewollt hätten.

Wünschenswert wäre es gewesen, wenn die Isolation und die Holzwände schonmal drin gewesen sind, aber nichts davon ist bisher passiert. Gut, Urlaub muss sein, und es war gut dass wir diesen speziellen Urlaub noch mit dem 814 Wohnmobil gemacht haben. Die Katzen bei meinen Eltern hüten war auch obligatorisch, und in den letzten 2-3 Wochen war Busfahr-Saison. Und weil ich jeden Cent für unser Busprojekt an die Seite schaffe habe ich jede Fahrt mitgenommen die ich angeboten bekommen habe.

Seit zwei Tagen baue ich aber wieder am Bus, und zwischenzeitlich habe ich schon einiges Material bestellt, so dass wir für das SAT halbwegs gerüstet sind. Zumindest ein Radio wollen wir drin haben, dazu ein paar Lichterketten zur provisorischen Beleuchtung.

Ausserdem haben wir eine kleine Pantry-Küche gekauft, die wahrscheinlich erstmal länger im Bus stehen bleiben wird. Wir fangen ja vorne und hinten mit dem Möbelbau an, der Platz dazwischen wird für die Küche belassen, die dementsprechend zuletzt gebaut wird. Wenn die Pantryküche übrig ist, kommt sie in die Halle als Kaffeeküche und zum Händewaschen.

Auf der langen Liste an Vorbereitungen zum SAT steht ganz oben, die Zierleisten wieder anzubringen. Nicht wirklich wichtig, und auch nur Kleinkram. Dazu gehört aber, den Rost zu beseitigen, den in dem Zustand will ich den Bus nicht noch weiter dem Regen aussetzen.

Deswegen habe ich nun erstmal mit einem Negerkeks (politisch völlig inkorrekt, aber so weiss doch jeder was gemeint ist, oder?) den Rost so gut es geht entfernt. Dann das schon vor einiger Zeit besorgte Owatrol-Öl satt aufgetragen und verpinselt, dazu von innen reichlich durch die Falze laufen lassen. Das Öl ist teilflüchtig und bildet an der Luft einen trockenen, überstreichbaren Film, der allerdings auch auf bestehendem Lack kaum wieder zu entfernen ist. Weder mit Bremsenreiniger noch mit Verdünnung…

DSC02093.JPG

So sieht der Blech an der Seite derzeit aus, die Reste auf dem Lack muss ich noch wegbekommen.

DSC02094.JPG

Von innen habe ich den Rost zu gut es geht weggekratzt und die 30 Jahre alte Dichtmasse aus den Ecken rausgekratzt.

DSC02095.JPG

Noch eine fiese Stelle, ich muss mal schauen wo hier das Wasser reinkommt. Hinterher sollte das alles, komplett von Sauerstoff abgeschlossen nicht weiterrosten. Das Owatrol-Öl ist genau zu diesem Zweck gedacht.

Weiter gehts hier am Sonntag, weil ich das Öl richtig durchhärten lassen will. Idealerweise hätte man das im Sommer machen sollen. Je wärmer es draussen ist, desto schneller ist das Öl hart.

DSC00010.JPG

In der Zwischenzeit habe ich dann schonmal die Küche zusammengebaut und mit einer Rückwand versehen. Ebenso habe ich schonmal die Winkel angebracht, die eine Trennwand aufnehmen werden. Das Holz dazu bekomme ich hoffentlich am Montag. Die Trennwand wird uns auch erstmal eine längere Zeit als Provisorium dienen.

Und weil’s so tragisch komisch ist, hier mal eine ToDo Liste für die nächsten vier Tage:

Sonntag:
- Batterien umbauen (Versorgung und Fahrzeug tauschen)
- Ladegeräte platzieren
- Thermostat für die Standheizung anschliessen
- Rostschutzfarbe aussen auftragen
- evtl. die Seitenflächen polieren, falls Michael kommt und dazu Lust hat
- Küche mit Druckwasserpumpe und 12V-Netzteil versehen
- Elektrik im Sicherungskasten aufräumen und verstauen

Montag:
- Kühlwasser ablassen
- Einige Heizkörper entfernen und Heizkörperventile einbauen
- Kühlwasser wieder auffüllen
- Autoradio, Antenne, Boxen, 12V Dosen und Umformer einbauen
- Trennwand einbauen, Innenleuchte daran montieren
- Mit Rostschutz versehene Seitenflächen mit Aufklebern verdecken

Dienstag:
- Bus rausfahren
- Ölwechsel, Dieselfilter wechseln
- Keilriemen prüfen und spannen
- Gasgestänge prüfen und fetten
- Kugelköpfe der Drosselklappe tauschen, Drosselklappe prüfen
- Bus reinigen
- Wenn noch viel Zeit ist, Markise anbauen
- Trocellenmatten einladen
- Reservekanister und Bordwerkzeug einladen

Mittwoch:
- Einladen und losfahren

Hm, ich glaub das war es auch schon :)

Naja gut, man muss dazu sagen, dass wir zu zweit, teilweise zu dritt sind. Sven kommt morgen und hilft mir ein wenig, und zwischendurch wollte Michael auch immer wieder mal vorbeischauen, der hat auch Spass am Busbasteln gefunden, sehr schön!

Tags:

8 Antworten zu “Endspurt zum SAT”

  1. Armin sagt:

    Tja es dauert eben immer alles länger als man denkt und wenn man alles bis zum SAT schaffen würde, wäre es ja langweilig :-D
    dann klotz mal ran, die Liste is ja echt lang und viel Spaß aufm SAT…

  2. jeanmi sagt:

    Hallo Martin, kannst du mir einen Typ betreffend Warmwasseraufbereitung für meinen Bus geben. Dein Küchenmöbel hat sicher einen Boiler eingebaut. Habe mir schon überlegt so ein Möbel zu kaufen und das ganze einzubauen.
    Was ich habe: eine 12V Wasserpumpe im Wassertank für die Küche (kalt); eine 12 Volt Wasserpumpe noch nicht eingebaut; eine 12 Volt Standheizung mit Gas und eine 24 Volt Standheizung mit Diesel.
    Ich denke das, dass alles nicht so ideal ist um Warmwasser zu erzeugen vor allem für die Dusche.
    Gedanken habe ich mir gemacht über einen Gas – Durlauferhitzer, über einen Truma Boiler der durch die Standheizung aufgewärmt wird ? Am liebsten häte ich einen 24 Volt Boiler um die Spannungswandler nicht an den Anschlag zu bringen oder einen 220 V Boiler ????

    Also auf schweizerdeutsch gesagt! “”"Keine Ahnung was gut und auch Zweckmässig ist.

  3. Martin sagt:

    Hallo Jean,
    mit Strom Warmwasser machen kannst Du getrost vergessen. Es sei denn, Du hast einen Boiler der zusätzlich eine 230V Spirale hat, eigentlich aber mit zB. Kühlwasserwärme vom Motor beheizt wird. Dann kannst Du die 230V nutzen wenn Du am Landstrom hängst.
    Das Einfachste ist immer wieder der Truma Gasboiler, für den Dauerbetrieb würde ein Boiler wie oben beschrieben in Frage kommen. Der sollte im Stand dann mit einer Standheizung beheizt werden können, denn mit 10 Minuten Motor laufen lassen ist es da nicht getan.

    Alles weitere bitte per Mail, hoffe ich konnte Dir bis dahin schonmal helfen.

  4. sebastian sagt:

    Grins, die Situation kommt mir bekannt vor. Mein LKW-Projekt ist auch noch bei weitem nicht soweit wie ich vorhatte und hier in Byern ist es z.Zt. so kalt, dass ich draußen kaum noch was mit Lack machen kann. Und Rostbeseitigung bei dem Wetter ist auch kein Spass. Ich muß noch hinzufügen, dass ich wechselweise auf der Straße oder in einer Garageneinfahrt arbeite…
    Mal schaun, ob ich es nächstes Jahr auch mal zu so einem Treffen schaffe und wie weit ich dann bin…

  5. gisbert sagt:

    Hallo Martin,

    was hälst du denn von Fertan als erste Schicht auf dem Rost. Ich habe da sehr gute Erfahrungen mit gemacht. Es soll auch bei Restauratoren sehr beliebt sein.

    Gruß

    Gisbert

  6. Martin sagt:

    Hallo Gisbert,
    Owatrol und Fertan sind nicht wirklich vergleichbar. Fertan wandelt per chemischen Prozess den Rost um, muss aber hinterher möglichst restlos wieder abgewaschen werden. Ich habe damit nicht so gute Erfahrungen gemacht.
    Owatrol zieht in den Rost ein und schliesst ihn vor Sauerstoff ab. Es bildet sich tatsächlich ein Film, der dann überstrichen werden kann. Ich habe eine markante Stelle unter den Zierleisten damit behandelt und werde nun schauen was draus wird. Vielleicht regnets auf dem Sat ja. Oder auf dem Weg dahin, oder zurück…

  7. da hast du aber ein strammes Programm bis Mittwoch …
    :)

  8. Brummbaer66 sagt:

    Auch wenn Negerkekse nicht politisch korrekt sind, die Dinger heissen nunmal Negerkeks® -sogar amtlich, wie man am ® sieht. negerkeks.de ist die Herstellerseite. Bis vor ein paar Jahren hat sich auch über Negerkuss und Mohrenkopf keiner aufgeregt. Hier in Österreich nennt man die Schwedenbomben und Karl XVI Gustav stört sich nicht daran. Irgendwann kommen wir noch vor lauter politischer Korrektheit dazu, bei McD Labberbrötchen mit gebratenem Pressfleisch statt Hamburgern zu futtern. Oder Krapfen mit Aprikosenkonfitüre statt Berliner beim Bäcker zu kaufen und Russischbrot muss dann Buchstabenknabbersüssgebäck heissen.