Die chemische Keule

14. April 2009

…so hat der Folienaufkleber-Mann das Mittelchen bezeichnet, mit dem er die Kleber-Rückstände beseitigt. Wenn gar nichts mehr hilft, dann das. Heute habe ich mir neben einem Farbfächer für Folie, einem für RAL-Töne eine Flasche von der Keule abgeholt um es auszuprobieren.

Zunächst hab ich dann am Bus mal eine Stelle an der A-Säule aufpoliert und die Fächer dran gehalten.

DSC00895.JPG

RAL 9001 ist eigentlich unsere Wunsch-Farbe, jedoch passt die nicht wirklich. Für eine Neulackierung, ok, aber nicht zum teilweise lackieren bzw. ausbessern.

DSC00898.JPG

Das sieht schon besser aus, hellelfenbein passt ziemlich gut, einen Unterschied würde man aber immer noch sehen.

So, nun hab ich aber den Kunststoffspachtel genommen und mit dem Aufkleberentferner die Buchstabenreste eingesprüht. Eine Minute einwirken lassen, und dann mit dem Spachtel kräftig abziehen – und siehe da, es geht! So verschwindet Buchstabe für Buchstabe, nur das richtige Timing habe ich noch nicht raus. Entweder lasse ich nicht lange genug einwirken oder es ist schon wieder trocken. Ausserdem ist der Sprühkopf schlecht zum dosieren, da muss ich mal einen anderen aus der Kiste kramen.

Aber das Ergebnis nach einer Stunde kann sich sehen lassen:

DSC00906.JPG

Alles weg. Real sieht man aber schon noch Ränder, das kommt auf den Fotos nicht rüber. Trotzdem ist das Ergebnis so gut, dass ich es nun wie von unserem Freund Hans empfohlen versuchen möchte: saubermachen, anschleifen mit 3000er Papier und eine minimale Schicht Lack wegnehmen, schliesslich ordentlich polieren. Wir werden sehen. Wenn wir uns auf diese Art die Lackierung sparen könnten, würde das unserer Ausbaukasse sehr entgegen kommen, oder in investiere das Geld darin, vom Karosseriebauer die Schweiss-Wellen im Blech über den Radläufen wegmachen zu lassen. Das geht wirklich nur, wenn keine Isolation drin ist, also quasi jetzt. Dazu habe ich morgen um 14 Uhr einen Termin zur Besprechung.

Aber erstmal müssen weiter die Aufkleber und die Reste runter. Ich hoffe ich komme mit der einen Flasche hin.
Und hier ist das Teufelszeug:

DSC00903.JPG

Der angenehme Duft nach Orange verleitet übrigens dazu, recht unvorsichtig damit umzugehen. Nach und nach musste ich aber immer mehr husten, schliesslich habe ich mir mal durchgelesen, was da alles drauf steht: “Sehr giftig für Pflanzen und Tiere, nicht in die Umwelt gelangen lassen, Flächen nach Behandlung gründlich abwaschen”
Öhm… Ich glaub morgen setze ich doch besser den Mundschutz auf.

Etwas lästig ist es übrigens, das abgekratzte Zeug von den Fingern zu bekommen. Es ist ziemlich klebrig (logisch) und hat eine unangenehme Konsistenz…

DSC00899.JPG

…wie Popel! Mit allen damit verbundenen Eigenschaften.
Bitte ekeln Sie sich jetzt :)

Tags:

4 Antworten zu “Die chemische Keule”

  1. sebastian sagt:

    Ach, die Popel sehen doch nur halb so wild aus. Ich hatte vorgestern überall Epoxid-Spachtelmasse an einer Hand. Das ist mal schwer abzubekommen. An den Nagelrändern hängts immer noch…

  2. Jens sagt:

    Schön schön, habe den Bus noch nicht gesehen, aber ich seh schon – ihr kommt auch ohne mich klar ;) – schlimmer als diese Klebereste und Epoxid Spachtelmasse ist übrigens der Achsmanschetten-Fett-Inhalt – brech! Da braucht man echt neue Hände ;)

  3. Bernd sagt:

    Lecker ;-)

  4. zurken sagt:

    Hellelfenbein? Das ist Taxifarbe. Kriegt man auch als Folie, bleibt der Lack drunter wie neu, sagt man….