Nach ein paar Tagen KzH und viel Zeit für Büroarbeit hab ich mich heute mal etwas weiter aus dem Fenster gelehnt und bin zur Halle, um vielleicht doch mal eine Kleinigkeit in die Hand zu nehmen. Das letzte Mal hat sich das sofort gerächt und ich habe direkt wieder flach gelegen, wollen wir mal hoffen dass es heute gut gegangen ist.
Wie lädt mal also 24V Batterien, bzw. wie lädt man zwei 12V Batterien, die in Reihe geschaltet sind? Normalerweise mit einem 24V Batterieladegerät, so eins habe ich aber nicht. Bisher habe ich mir immer so beholfen, dass ich die Brücke zwischen den Batterien weggenommen und dann einzeln geladen habe. Später kam ein zweites, identisches Ladegerät dazu, so konnte ich parallel laden, aber die Brücke habe ich immer entfernt.
Das war mir auf Dauer zu nervig und deswegen habe ich ein 24V Ladegerät bestellen wollen. Durch einen Tipp von Oliver bin ich aber zum Glück direkt wieder davon abgekommen. Er sagte mir nämlich, das moderne Reisebussen mittlerweile mit zwei 12V Ladegeräten ausgeliefert werden, und diese einfach angeschlossen sind. An jeder Batterie eins, fertig. Das macht man, weil die Batterien sonst nie gleich voll gewesen sind. Meine Bedenken, dass hier elektrisch etwas schief gehen könnte, haben sich dadurch also relativiert.
Ich hab den Kram ja sogar mal studiert, aber in der Praxis zeigt sich nunmal, dass das Lehrbuch nicht überall anwendbar ist. So sollte man 12V und 24V in einem Auto (Wohnmobil) nicht über dieselbe Masse verlegen obwohl es elektrisch eigentlich völlig egal sein sollte, und wer weiss, – vielleicht wären zusammengeschaltete Ladegeräte sogar hochgegangen? Ich wollte es nicht darauf ankommen lassen, nun bin ich schlauer: Es geht!
An den Versorgungsbatterien des Busses habe ich das nämlich direkt getestet, und sie sind sogar etwas ungleich von der Zeit voll geworden. Beide Geräte sprangen im Abstand von einer halben Stunde auf “Float” und gut war es. Die Versorgungsbatterien sind übrigens für die Umwälzpumpe, die Standheizung sowie die Innenbeleuchtung. Und da ich die beim Arbeiten eigentlich ständig anhabe, müssen die Batterien eben voll sein.
Jetzt habe ich hier meine beiden 12V Ladegeräte, die ich eigentlich dauerhaft angeschlossen lassen kann, das traute ich mich aber noch nicht, weil in beiden die Lager des Lüfters fleissig vor sich hinrappelten. Also war ich gestern mal neue Lüfter im Elektronikzubehör besorgen. Ich zeigte den ausgebauten Lüfter vor und man legte mir einen für 5,60 € auf die Theke. Lochabstand passt, alles gut.
Ich fragte “Hält der denn auch?” – “Ja klar, die Dinger sind gut, die halten!”. “Okay, der läuft nämlich nonstop, in einem Permanent-Ladegerät.” Ziemlich schnell war der Lüfter wieder in der Schublade verschwunden, und als Alternative lag ein Papst Lüfter vor mir. “Der hält wirklich!”. Na, warum nicht gleich so?
Der kostete dann auch schon immerhin 15 €, aber Papst ist nun wirklich ein namhafter Hersteller. Um zwei Lüfter reicher und 30 € ärmer bin ich wieder nach Hause, heute habe ich mir die Ladegeräte dann mal vorgenommen.
Wir sind Papst!
Fertig eingebaut, und er schnurrt! Dieselbe Prozedur bei dem baugleichen zweiten Ladegerät, fertig wars.
Ansonsten habe ich im Bus nochmal heiss durchgewischt um die letzten Spuren zu beseitigen. Aus Trier kam in der Zwischenzeit übrigens die Meldung, dass es sich um Dinol handelte, was da eingesprüht war. Damit wurde der Bus immer bei passender Gelegenheit behandelt. Ausserdem hat der Karosseriebauer der Trierer Werkstatt wohl nach und nach alle Vierkant Rohre am Unterboden gegen L-Profile getauscht, damit man dort besser konservieren kann. Muss ich mir mal genauer anschauen. Dem Thema Hohlraumkonservierung widme ich mich aber noch später ausführlicher, ich muss erst lesen lesen lesen… Dinol soll jedenfalls mit den Jahren rissig werden, das ist nicht schön.
Frisch gewischt, nun muss gut sein. Auch die Dusche und die provisorischen Wände habe ich wieder abgebaut. Wenn ich morgen fit bin, nehm ich mir mal die Isolation an den Wänden vor. Für heute fahr ich erstmal wieder nach Hause und kümmere mich um Anne. Ich habe sie wohl angesteckt und nun liegt sie mit Fieber im Bett. So ein Mist, Dienstag ist ihre letzte Klausur für dieses Semester…
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Hi,
dann mal gute Besserung euch beiden!
Liebe Grüße
Lutz und Jenny
na dann auch von mir mal GUTE BESSERUNG!
und ich dachte ich würde lange Klausuren schreiben in der vorlesungsfreien Zeit oder gehts nicht in 4 Wochen schon wieder los mit Uni?
Gruß Armin
Hi Armin!
Also das hängt bei uns in Aachen stark vom Studiengang ab. Die Mediziner zum Beispiel schreiben am Ende des Semesters und das war ja schon am 7.2. oder so vorbei. Naja und wir Maschinenbauer schreiben eigentlich immer in der vorlesungsfreien Zeit. Gerne auch erst im nächsten Semester. Eine Klausur ist dieses Jahr nämlich erst am 1.4. Die schreib ich aber nicht mit. Im Sommer ist es etwas entspannter, da hören wir so Mitte Ende August auf und haben dann noch anderthalb Monate richtig frei
Aber da sind ja auch noch die Praktika und die Studienarbeiten…
Wird schon
Auch gute Besserung von mir, falls ihr nicht beide schon wieder fit seid.
Ich lese gerade zum zweiten mal in diesem Blog (erste Hälfte der bisherigen Posts vor ein paar Tagen), kannte auch teilweise den alten Blog schon und wurde wieder durch die Bus-Community auf diesen aufmerksam. Bin dort als LP808-Fahrer unterwegs.
Bei meinem LKW hab ich die Stoßstange hinten, die aus völlig verotteten Hohlprofilen bestand auch durch eine offene Konstruktion ersetzt, da muß ich nichts “Hohlraumkonservieren”. Ansonsten hab ich bei Vierkantprofilen Löcher von unten reingebort, in die ich dann mit Hohlraumsonden Fluidfilm reinsprühen will. Aber erst nachdem ich mit Grundieren, Spachteln und Lackieren von aussen fertig bin. Nicht, dass mit der Fluidfilm zwischen die Schichten bei den Bearbeitungspausen kriecht…
Das mit dem Ladungsausgleichsgerät hört sich super an und würde für Sven viele Probleme lösen, da er einige 12V Verbraucher hat die aber nicht zum Wohnraum gehören, ich leite ihm das mal weiter.
Ich nehm beim Laden mit den Sterling Ladegeräten nie(!) einen Batteriepol ab. Diese Ladegeräte sind darauf ausgelegt, Batterien im Betrieb vollzuladen und die Ladung zu erhalten. Deswegen: Einfach dran damit. Zumindest mache ich es so, und ich kann mir nicht vorstellen dass Du deine Wohnraum-Batterien immer abklemmst
Zum Batterieladen: grundsätzlich ist es richtig, daß man die Batterien im optimalen Fall separat laden sollte. Aber: niemand, der ein wenig Ahnung von Autoelektrik, entlädt die Batterien ungleichmäßig, indem er z.B. 12V von einer Batterie abzweigt statt einen Wandler zu benutzen.
Zwei fabrikneue Batterien identischen Typs, die Zeit ihres Lebens zusammen als 24V-Gespann arbeiten und immer gleichzeitig und gleich gut gewartet werden, zudem immer auch mit 24V (bzw. 28,8V) geladen werden, werden sich nicht soweit unterschiedlich entladen, daß eine 24V-Ladung sie nicht wieder voll bekommen würde. Wie auch?
Hella bietet für 12V-Fall ein “Ladungsausgleichsgerät” an, das zwischen beide Batterien geklemmt wird und im Falle einer ungleichen Entladung (hier für den Fall, daß 12V-Anhängerelektrik ohne Wandler abgezweigt werden soll) beide wieder auf einen Stand bringt.
Daß moderne Reisebusse mit zwei 12V-Ladegeräten ausgeliefert werden, habe ich noch nie gehört und ist auch nicht wahr. Wenn denn, dann mit einem 24V/230V-Ladewandler, aber auch das nur gegen saftigen Aufpreis.
Zum Thema Batteriebrücke: zum Laden mit einem Ladegerät wird die Masseverbindung zum Fahrzeug ohnehin immer abgeklemmt, schon um Spannungsspitzen im Bordnetz (was bei so alten Fahrzeugen aber nicht wirklich ins Gewicht fällt) zu vermeiden. So besteht dann auch bei montiertem Pluspol und angeschlossener Brücke kein Stromkreis, womit ich Interferenzen ausschließe.
Nein, natürlich nicht, es geht ja auch hauptsächlich um externe Ladegeräte. Sonst müßte man ja beim Laden über die Lichtmaschine den Rest auch abklemmen
Aber – auch ich bzw. hier im Betrieb – klemmen Batterien zum Laden nie ab.
Das Ladeausgleichsgerät kommt von Hella und hat die Nummer 8ES 008 123-001, kostet etwa 100 Euro netto. Maximaler Ausgleichsstrom 8A, schaltet bei 0,5V Differenz ein bzw. aus, der Ladeausgleich findet nur bei Ladung mit mehr als 27V statt.
Dazu passend gibt’s dann noch ein Anhängeranschlußgerät, das die 24V-Signale an der Lkw-Ahängerdose abnimmt und über eine 12V-Einspeisung auf 12V umsetzt, also letztlich eine einfache Relais- bzw. Transistorschaltung. Das hat die Nummer 5DS 008 125-001 und kostet Liste 140 Euro plus MwSt.
Ich frage mich, wie (und weshalb) ich 12V und 24V-System in meinem Bus trennen soll. Beide Lichtmaschinen sind am Motor montiert, damit dürfte eine Trennung schwierig sein … Und ich bin sicher, dass ich nicht der Erfinder der Zwei-Lichtmaschinen-Methode bin, es gibt mehr Autos damit
)