Nachdem es in den letzten anderthalb Wochen immer wieder geschneit hat und Salz auf den Straßen lag, können wir nun heute mit einer soliden Wetterprognose im Rücken nach Uedem aufbrechen. Mit an Bord natürlich Happy, unseren Hund, die den neuen Bus auf der Rückfahrt sofort testen kann. Leider ist sie relativ geräuschempfindlich und kann in der Sparkasse nicht schlafen. Das wird im Bus anders sein.
Doch bevor wir uns gen Niederrhein auf die Bahn schwingen müssen erst mal Kurzzeitkennzeichen her. Im Straßenverkehrsamt angekommen, wird uns mitgeteilt, dass Grenzüberführungen mit diesen Kennzeichen nicht mehr möglich sind. Wir klären den Herrn dann erstmal auf, dass Uedem in Deutschland liegt. Dann kommt uns allerdings Martins niederländischer Ausweis in die Quere, wo anders als in der BRD keine Adresse angegeben werden muss. Eine Meldebescheinigung hat er zwar dabei, aber die darf nur maximal ein Jahr alt sein. Kurze Rücksprache mit dem “Versicherungsbernd” ergibt: wenn er eine Doppelkarte auf meinen Namen (ich bin nämlich Deutsche, habe also eine Adresse auf dem Ausweis) ausstellt, kriegt Martin das Geld für die Versicherung nicht angerechnet. Also mit dem Kreis Hamminkeln telefoniert (Base ist schon ne praktische Sache
). Die faxen jetzt freundlicherweise eine aktuelle Meldebescheinigung direkt an’s Straßenverkehrsamt und wir kriegen endlich die Plakette auf die Schildchen.
Eine Stunde und 130 gähnend leere Autobahnkilometer später sehe ich den Bus zum ersten Mal live und in Farbe und bin begeistert. Vor allem die sechs 80×80 Dachluken machen fehlende Fenster allemal wett. Wir haben leichten Zeitstress, da wir um spätestens halb vier beim TÜV in Aachen sein wollen, deshalb bleibt es auch nur bei einem Kaffee und ein bisschen technischem Geplänkel und wir machen den Bus startklar. Die anfänglich kaputt geglaubte Innenraumheizung funktioniert doch wieder, als Martin ein verschlossenes Ventil findet, und wir den Termostatregler mal auf heizen gedreht haben
Bei der Standheizung tut sich aber nach wie vor nichts. Ich mache noch ein paar Fotos und ein paar Minuten später sind die Schilder dran.
Ganz schön langes Teil
Der stolze Besitzer
Happy ist jetzt schon völlig entspannt und wenn der Ausbau drin ist, wird’s noch mal leiser.
Die Fahrt gestaltet sich für mich als eher unspektakulär. Tempomat bei 86,5 km/h eingestellt und ich muss nur noch darauf achten, den überholenden LKWs die Lichthupe zum Einscheren zu geben. Wenn dann auch noch Sitzheizung und Radio dazukommen, lässt allerdings die Müdigkeit nicht lange auf sich warten. Am Ende bin ich mal wieder froh über unsere Base-Flatrate und die nur knapp 2 Stunden Fahrt. Länger hätte ich nicht geschafft. Erstmal ab zum amerkanischen Feinkostrestaurant und Mittagessen organisiert. Tja und dann wird’s ernst.
Der Bus beim Tüv
Der TÜV-Prüfer ist schon beeindruckt. Sowas hat man ja auch nicht alle Tage über der Grube. Wir sehen den Bus zum ersten Mal mit Licht und genug Platz von unten und Martin ist beruhigt: Keine bösen Überraschungen. Unser Ziel ist es, den Bus als Bürofahrzeug zuzulassen. Der Prüfer kann das aber mit dem Ausbau nicht machen und schlägt Verkaufsfahrzeug vor. Uns dreien ist die ganze Zeit klar, um was es da geht, es darf nur keiner aussprechen. Ich kann gerade noch einen bösen Patzer verhindern und ernte von Martin einen bitterbösen Blick. Keine drei Minuten später verkündet mir Martin in normaler Lautstärke, während der Prüfer 3 m neben uns steht, dass die Radkästen ja auch nicht tiefer als ein Bett sind. Und ich bekomme meine Chance zum Zurückfeixen.
Irgendwann mach ich den C-Füherschein. Bis dahin darf ich nur beim Parken auf den Fahrersitz.
Noch ein Bild von hinten…
Alles in allem geht aber alles über die Bühne und einzig das undichte Bremsplattenventil verhindert, dass unser Glück an Ort und Stelle perfekt wird. Martin verabredet aber sofort einen Termin für Montag (bis dahin reicht das Kennzeichen noch) und fährt direkt zu Mercedes. Ich fahre mit dem Hund nach Hause und warte gespannt auf Neuigkeiten.
Mercedes war ein ziemlicher Reinfall. Der Meister hatte keine Ahnung, wo denn jetzt das Problem liegt und war der Meinung, ein neues Ventil muss her. Für diese tolle Auskunft (auf die Martin erstmal nicht gehört hat) haben wir dann auch wenigstens nichts bezahlt. Es sollte sich herausstellen, dass das auch gut war.
In jedem Fall geht ein erfolgreicher Tag zu Ende und wir sind um einen tollen Bücherbus reicher. Und beinahe um ein H.









Sehr schön geschrieben. Da kann man fast neidisch werden. Gut, dass ich nur die alte Klasse 3 besitze (bis 7,5 Tonnen) …